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Basiswissen deutsche Phraseologie

Vorwort

Die Phraseologie ist die relativ linguistisch junge Wissenschaft von den Phrasemen. Denn ihr Forschungs- und Lehrgegenstand, das Phrasem, gehört zu unserem Sprachalltag wie die Schwalbe zum Sommer. Phraseme sind nämlich schöne Beispiele dafür.

Was sind Phraseme? - Definitionen

Phraseologie ist die Lehre von Phrasemen (griech. ‚phrasis‘ ‚Rede‘ und ‚logos‘ ‚Lehre‘). Zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts macht der Schweizer Linguist Charles Bally darauf aufmerksam, also auf usuelle Gruppierungen von Wörtern in Texten, auf übliche Verbindungen von Wörtern (Traité de Stilistique Française 1909).

1934 vermutet der deutsche Indogermanist Walter Porzig wesentliche Bedeutungsbeziehungen zwischen Wörtern wie ‚bellen‘ und ‚Hund‘ oder zwischen ‚blond‘ und ‚Haar‘. Dabei geht es um Regeln zur Verbindung von Wörtern und um daraus resultierende ‚enge Assoziationen‘. Nun sind aber Fälle wie bellen, die primär ein Subjekt Hund erwarten lassen, eher der Sonderfall (Wesenhaften Bedeutungsbeziehungen 1934).

1967 geht es dem rumänischen Linguisten Eugenio Coseriu um Regeln zur Verbindung von Wörtern und um daraus resultierende Assoziationen: Er nennt sie lexikalische Solidaritäten und meint damit:

  • Selektionen wie die von ‚Auto‘ und ‚fahren‘. Hier gibt es eine übergeordnete Kategorie Fahrzeug, die uns empfiehlt, zu Auto das Verb fahren auszuwählen.
  • Affinitäten wie die zwischen ‚essen‘ und ‚Mensch‘. Das Verb essen empfiehlt uns, die Kategorie Mensch zu beziehen. ‚Fressen‘ dagegen ist üblicherweise tieraffin. Wenn wir von einem Menschen sagen, dass er frisst, dann meinen wir: wie ein Tier.
  • Implikationen wie die zwischen ‚schütter‘ und ‚Haar‘. Hier impliziert schütter das Wort Haar so wie bellen das Wort Hund. Die Wörter bilden ein Geflecht.

In den 60er Jahren bewegt der britische Linguist John Rupert Firth das Konzept im Bereich des Kontextualismus. Dahinter steckt der ‚zentrale Gedanke, dass Wörter nicht isoliert betrachtet werden sollen, sondern in Bezug zu Situationen, zum Leben, zur Welt‘. Sprachliche Kontexte hat Firth Kollokationen genannt. Außerdem haben sich deutsche Linguisten von der russischen Schule der 40er bis 60er Jahre inspirieren lassen, die ihrerseits aus Ballys Ideen erwachsen sind.

Usuelle Wortverbindungen, besonders Sprichwörter wie ‚der Apfel fällt nicht weit vom Stamm‘ wurden bis dahin ausschließlich in der Literaturwissenschaft und in der Volkskunde genutzt. Anfangs wurden Phraseme in der Stilistik oder in der Lexikologie behandelt, das heißt in der Wissenschaft vom Einzelwort. Inzwischen hat sich die Phraseologie als eigenständiger Zweig der Linguistik etabliert. Auch in dieser Wissenschaft ist Einigkeit schwer zu erzielen.

Morphologische Eigenheiten

Morphologische Eigenheiten sind die Eigenheiten der Gestalt. Als das ‚auffälligste Merkmal der Phraseme‘ gilt deren Polylexikalität. Phraseme sind polylexikal. Eine morphologische Eigenheit des Phrasems ist, dass es flektiert wird (Schwarzer Markt, auf dem Schwarzen Markt). Schwarzmarkt ist ein Wort. Ein komplexes zwar, eine Zusammensetzung, ein Kompositum, aber eben ein Wort. In anderen Sprachen sieht das komplizierter aus: Sind girl friend, red wine, bière blonde ein Wort, ein Kompositum, oder sind sie zwei Wörter, ein Phrasem? Linguisten können sich darüber keineswegs einigen.

Das liegt unter anderem an der klassischen Unterscheidung der Wörter in:

  • Inhaltswörter wie schwarz oder Markt. Auch Autosemantika genannt, werden meist als Wörter mit einer eigenen Bedeutung definiert.
  • Funktionswörter wie bei oder zu. Auch Synsemantika genannt, sollen dagegen Wörter sein, die keinen Inhalt haben, weshalb sie nur mit Inhaltswörtern zusammen Sinn machen. Sie sind Präpositionen, Artikel oder Modalverben.

Folgende Minimalstrukturen werden in der Phraseologie diskutiert:

  • Nur Funktionswörter (Greciano, 1997; Higi-Wydler 1989)
  • Ein Funktionswort + ein Inhaltswort (Fleicher, 1997; Higi-Wydler 1989)
  • Zwei Funktionswörter + ein Inhaltswort (Higi-Wydler 1989)
  • Nur Inhaltswörter (schwarzer Markt, Lüger 1999; Higi-Wydler 1989)
  • ‚Satzwertiges‘ (Jemandem einen Korb geben, Lüger 1999; Lemnitzer, 1997; Wotjak 1999)
  • Sätze (Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, Wotjak 1999)
  • Texte (Immer will dein Freund ich bleiben, ob du fern bist oder nah! Das für ewig aufzuschreiben, dazu ist dieses Album da!)

Fraglich ist dann noch, ob Texte, also Verbindungen mehrerer Sätze, zu den Phrasemen gehören sollen. Das alles ist leidlich verwirrend. Und vermutlich tun wir am besten daran, offen zu bleiben: deshalb sollen im Folgenden alle usuellen Verbindungen von mindestens zwei Wörtern - welcher Art auch immer – als Phraseme gelten.

Syntaktische Eigenheiten

Sie sind die Eigenheiten der Zusammenordnung der Strukturierung von Sätzen und Wörtern zu Satzteileinheiten. Sätze bilden schließlich Texte. Für Saussure ist Langue der Bereich des Festgelegten und Parole ist der Bereich der Freiheit.

Fernando nennt das Prinzip der freien Wahl und die Wiederholungen:

  • Phraseme sind Wiederholungen. Sie wiederholen bestimmte Verbindungen und sind auch erkennbares Zitat. Es geht um Wiederholung, Reproduktion, Häufigkeit, Stabilität und Üblichkeit.
  • Der Kontextualist Firth hat für das Kriterium Frequenz plädiert. Hausmann hat hochfrequente Verbindungen als Phraseme analysiert. Viele Linguisten halten dies für eine Anomalie. Sie sind nicht passivierbar und können auch ungrammatisch sein. Phraseme sollen weiter weder abwandelbar noch erweiterungsfähig sein.
  • Phrasemen sollen weiter Verbindungen sein, deren Bestandteile nicht austauschbar sind.

Semantische Eigenheiten

Semantische Eigenheiten sind die Eigenheiten der Bedeutung. Es gibt:

  • Die wörtliche Bedeutung, auch literale, direkte, konkrete, freie Bedeutung
  • Die idiomatische Bedeutung, auch figurative, metaphorische, übertragene, ikonische Bedeutung.

Idiomatizität ist das irreguläre Verhältnis zwischen der Bedeutung der Wortkomponenten und der Bedeutung der ganzen Wortverbindung. Es ist ein Kann-Kriterium:

  • Vollidiomatizität: ‚Etwas über Bord werfen‘
  • Teilidiomatizität: ‚Blinder Passagier‘
  • Nichtidiomatizität: ‚Maßnahmen treffen‘

Ein Wort kann uns also Verschiedenes bedeuten, je nach Gebrauch. Linguisten sprechen hier von Ambiguität. Es gibt die Möglichkeit des Wortwitzes, die von Sprecher zu Sprecher variieren kann. Nach diesem Modell würde der Hörer nach Vergleich von Kontext und literaler Äußerungsbedeutung zur Feststellung kommen.

Über die mnemotechnische Präsenz von Phrasemen gibt es zwei konträre Vorstellungen:

  • Für einen Linguisten sind Phraseme semantisch nicht teilbare Archaismen.
  • Für andere Linguisten sind es enge Assoziationen, die unser Lexikon strukturieren, das heißt semantisch teilbare Verbindungen.

Für Dobrovol’skij gibt es die Dekompositionshypothese.

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Scienze antichità, filologico-letterarie e storico-artistiche L-LIN/14 Lingua e traduzione - lingua tedesca

I contenuti di questa pagina costituiscono rielaborazioni personali del Publisher kiara2781 di informazioni apprese con la frequenza delle lezioni di Lingua tedesca e studio autonomo di eventuali libri di riferimento in preparazione dell'esame finale o della tesi. Non devono intendersi come materiale ufficiale dell'università Università degli studi "Carlo Bo" di Urbino o del prof Ehrhardt Claus.
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