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II lezione – 10/10/16

Niederländisch und niederfränkisch

Niederländisch und niederfränkisch sind Varietäten der deutschen Sprache, die gerade in den Gebieten gesprochen werden, wo sich die Niederlande als auch Belgien befinden. In der Tat ist Niederfränkisch eine altniederdeutsche Varietät und ist die Grundlage des Niederländischen. Diese Landkarte (S. 230) beschreibt eigentlich die Grenzen des deutschsprachigen Raums anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts (vor den zweiten Weltkriegen). Denn heute sind diese Grenzen anders, sodass Deutsch heute nur bis zu dieser Linie gesprochen wird und hier (Ost-pommersch) Niederpreußisch und Hochpreußisch nicht mehr gesprochen werden. In diesen Gebieten werden entweder Polnisch oder Russisch gesprochen.

Niederdeutsch

Niederdeutsch (Nord) teilt sich in: Westniederdeutsch und Ostniederdeutsch. Innerhalb dieser Zweiteilung kann man auch andere Varietäten unterscheiden. Man kann auch das (Sud) hochdeutschsprachige Raum in zwei Gebieten teilen und zwar Mitteldeutsch und Oberdeutsch, diese Begriffe haben in der Linguistik zwei verschiedene Bedeutungen. Hochdeutsch ist die offizielle Sprache, es ist auch als Standarddeutsch benutzt und es ist die Varietät, die am Mittelsuddeutschland gesprochen wird. Diese Varietäten zeigen die sogenannte zweite Lautverschiebung oder Hochdeutschlautverschiebung. Diese sind alle Ergebnisse der zweiten Lautverschiebung und das ist die markanteste Merkmale, die hochdeutschen Varietäten vom Niederdeutsch und von anderen westgermanischen Sprachen unterscheiden.

Man findet viel öfter und viel mehr Phänomene der Lautverschiebung in Süddeutschland, die man im Niederdeutschen und dann auch im Mitteldeutschen nicht findet. Man kann das westmitteldeutsche Varietät als eine Übergangsvarietät berücksichtigen, die einige Merkmale mit den südlichen Dialekten zusammen hat und andere Merkmale, die in Niederdeutsch finden.

Mitteldeutsch

Was Mitteldeutsch betrifft, hat man eine Zweiteilung: Westmitteldeutsch und Ostmitteldeutsch. Der Begriff Mitteldeutsch hat zwei Bedeutungen:

  • Eine diachronische Bedeutung, zwar Mitteldeutsch ist die Sprache, die in der Zeitalter zwischen Althochdeutsch und Neuhochdeutsch gesprochen wurde, die vom ungefähr Mitte des 11. Jahrhunderts bis Mitte des 14. Jahrhunderts gesprochen wurde.
  • Eine diatopische Bedeutung, weil dieser Begriff sich auf die Varietäten der deutschen Sprache bezieht, die in der Mitte gesprochen werden.

Im Süden hat man Ostfränkisch, das eine eigene Geschichte hat. Jemand denkt, dass es zum Mitteldeutsch gehört, aber die Mehrheit der Gelehrten ist der Meinung, dass die ostfränkischen Varietäten zum oberdeutschsprachigen Gebiet gehören. Man hat zwei sprachdialektale Areale: alemannische im Westen und bairisch-österreichisch im Osten (Südtirol ist eine sudbairische Varietät). Die Sprachgrenzen sind nicht ähnlich den politischen Grenzen. Alemannisch ist wichtig, weil es nicht nur in Süddeutschland gesprochen wird, sondern auch in der Schweiz. Bitte aufpassen, dass bairisch in diesem Fall als dialektale Varietät mit „I“ gesprochen wird, wobei Bayrisch als die im Land Bayern gesprochen wird, dann wird natürlich mit „Y“ gesprochen.

Das deutschsprachige Gebiet ist sehr kompakt, es gibt keine Sprachinsel mit wirklich wenigen Ausnahmen. Saterländisch ist eine Varietät, die mit Friesisch zu tun hat. Im Norden hat man einige Nordfriesisch-Inseln; an der Grenze mit Polen hat man eine andere Varietät, die nicht eine germanische Sprache ist, sondern das ist sorbisch. Im ganzen deutschen Sprachgebiet wird nur Deutsch gesprochen, wobei außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachgebietes hat man deutschsprachige Inseln in den Gebieten, wo kein Deutsch gesprochen wird. Da sind Reste von alten Kolonisationsgruppen, die man in Osteuropa findet. Viele dieser Gruppen sind mit dem zweiten Weltkrieg verschwunden, aber in anderen Fällen gibt es noch kleine Minderheiten, die auch Deutschdialekte als Muttersprache haben.

Das ist ein Text aus den Anfängen des 9. Jahrhunderts. Die Variation mit der Zeit hängt von vielen Faktoren ab, der erste ist die Graphie, dann auch die Phonetik und dann auch eine Vereinfachung der Morphologie. Wenn man Altdeutsche oder Mitteldeutsche Texte mit Neuhochdeutschen Texten vergleicht, notiert man, dass die Deklinationen im Vergleich zu den früheren Jahrhunderten weniger sind. Natürlich hat man eine größere Variation in Althochdeutschen Texten, was Syntax betrifft.

Beispiel: Partizipialkonstruktion

Das Flugzeug wurde von einer mit einer Pistole bewaffneten Frau entführt und zur Kursänderung gezwungen. (aus einem Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

Eine Frau, die mit einer Pistole bewaffnet war, hat das Flugzeug entführt und es gezwungen, seinen Kurs zu ändern.

L’aereo è stato dirottato da una donna armata di una pistola ed è stato costretto a cambiare rotta.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist eine Zeitung für Deutschland, die jeden Tag erscheint, genauso wie in Italien Corriere della Sera oder Repubblica. In der Zeitung hat man die Partizipialkonstruktion, die man normalerweise in der Schriftsprache findet, weil sie in der gesprochenen Sprache sehr kompliziert ist, deshalb wird sie mit einem Relativsatz umgebaut.

Die Verwendung des Passivs ist etwas, das man normalerweise in formeller Register und in der geschriebenen Sprache hat. Nominalisierung hat mit der Schriftsprache und der gehobenen Sprache zu tun, sie ist typisch für die formelle Sprache und die Pressesprache. Wir haben einen Satz mit Subjekt-Verb und Akkusativobjekt, das ist sehr einfach. Wenn wir sprechen, benutzen wir nicht so häufig die Passivkonstruktion.

Die beiden Sätze haben die gleichen Inhalte, in beiden Fällen handelt es sich um eine Frau, die eine Pistole hatte und die ein Flugzeug entführt hat. Die Begriffe, die hier enthalten sind, sind die gleichen, der Wortschatz ist derselbe, aber es ist besonders die Textstruktur, die anders ist und die zwei Sätze ein bisschen anders macht.

Wir haben zwei verschiedene Beispiele von zwei verschiedenen Zeitungen. Der erste Satz hat eine formelle und gehobene Sprache und ist auch in der Schriftsprache benutzt.

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Scienze antichità, filologico-letterarie e storico-artistiche L-LIN/14 Lingua e traduzione - lingua tedesca

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