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Deutsche Sprache II

Funktion der Wörter

In der deutschen Sprache gibt es Funktionswörter und lexikalische Wörter. Funktionswörter, wie Artikel (der, die, das) und Konjunktionen (ob, wenn, dass), gehören zu einer geschlossenen Klasse. Lexikalische Wörter wie Baum, Tisch und lesen gehören zu einer offenen Klasse.

Lexeme und Morpheme

Lexeme sind jede minimale linguistische Einheit mit einer autonomen Bedeutung, wie Wurzeln, Wörter und zusammengesetzte Wörter. Der Begriff Lexem ist abstrakt und nicht direkt aussprechbar. Morpheme sind die diskreten Einheiten, mit denen Wörter gebildet werden. Sie haben eine Bedeutung und sind morphologische Einheiten.

Silben und Allomorphe

Eine Silbe ist ein Komplex von Klängen, der zusammen mit einer einzigen Stimme ausgesprochen wird. Sie haben keine Bedeutung, sondern sind nur Gruppierungen von Lauten und sind phonologisch. Ein Allomorph ist ein linguistischer Begriff, der bedeutungs- oder funktionsgleiche oder -ähnliche Varianten eines Morphems bezeichnet. Beispielsweise sind -st und -est Realisierungen des Morphems, das die 2. Person Singular ausdrückt. Man sagt, -st und -est sind Allomorphe des Morphems -st.

  • Aus der Personalflexion der Verben: Das Morphem „3. Person Singular Indikativ Präsens“ hat im Deutschen bei schwachen Verben die beiden Allomorphe -et (in: rechnet) und -t (in: geht).
  • Aus der Pluralflexion der Substantive:
    • Fisch - Fische (Plural-Allomorph: -e)
    • Träger - Träger-Ø (Plural-Allomorph: Nullallomorph)
    • Vater - Väter (Plural-Allomorph: Umlaut)
    • Wald - Wälder (Plural-Allomorph: Umlaut + -er)
    • Stimme - Stimmen (Plural-Allomorph: -n)
    • Kind - Kinder (Plural-Allomorph -er)
    • Video - Videos (Plural-Allomorph: -s)
    • Maus - Mäuse (Plural-Allomorph: Umlaut + e)
    • Frau - Frauen (Plural-Allomorph: -en)

Arten der Allomorphie

Es gibt verschiedene Arten von Allomorphie:

  1. Die phonologisch bedingte Allomorphie: Ein Allomorph wird eingesetzt, weil das Wort sonst lautlich gesehen nicht in Ordnung wäre.
  2. Die lexikalisch bedingte Allomorphie: Bestimmte Einzelwörter verlangen nach bestimmten Allomorphen. Die Gründe sind meistens historisch bedingt, wie das Pluralmorphem „-en“ im Englischen bei einzelnen Wörtern wie z.B. ox, ox-en.
  3. Die grammatisch bedingte Allomorphie: Ein Beispiel ist der Ablaut im Partizip Perfekt. In der Regel wird das deutsche Partizip Perfekt gebildet, indem man ge- vor und -t nach der Wurzel affigiert (lachen -> gelacht). Aber bei manchen Partizipien ändert sich die Wurzel selbst: Es wird ein Allomorph der Wurzel verwendet. Dieses Allomorph ist grammatisch bedingt, da seine Verwendung durch eine bestimmte grammatische Kategorie (Partizip Perfekt) ausgelöst wird. Beispiele für grammatische Allomorphie sind:

Nullallomorphen und Fugenelemente

  • Nullallomorphen treten auf, wenn die Realisierung eines Morphems gleich Null ist (ich lache, aber: ich muss-Ø).
  • Ein Fugenelement hat keine klar bestimmbare Bedeutung, wie in den Wörtern Straussenei, Herzenswunsch, Tagebuch, Kindergeburtstag. Sie treten vor allem in Komposita auf und haben die Form von Flexionssuffixen, die den Plural (-en, -e, -er, -s) oder Kasus (Genitiv: -s, -en; Dativ: -en) ausdrücken.
  • Veranstaltungskalender ist ein Femininum und hat in seinem Genitiv kein -s; der Plural von Veranstaltung ist Veranstaltungen und endet auch nicht auf -s. Das -s hat somit in diesem Fall weder eine Genitiv- noch eine Pluralbedeutung. So nehmen Nomina, die auf die Suffixe -heit, -keit, -ling, -schaft, -tät, -tum, -ion und -ung enden, immer das Fugenelement -s.

Wurzeln und Stämme

Eine Wurzel ist jener Teil, der ein Lexem realisieren kann und selbst nicht weiter morphologisch zerlegbar ist. Die Wurzel von lesen ist les-, nicht lesen! Das Wort lesen lässt sich nämlich noch in zwei Morpheme zerlegen:

  • die Wurzel les-
  • das Suffix -en, das ausdrückt, dass sich das Wort im Infinitiv befindet.

Wurzeln können frei oder gebunden sein, aber Affixe sind natürlich immer gebundene Morpheme, sie stehen nie allein. Ein Stamm ist ein Bestandteil eines Wortes, der als Ausgangsbasis für Wortbildung und Flexion dienen kann. Beispiel: {trink} ist eine Wurzel, die in folgender Weise weitergebildet werden kann.

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Scienze antichità, filologico-letterarie e storico-artistiche L-LIN/14 Lingua e traduzione - lingua tedesca

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