Übersetzung: Klassifizierung und Methoden
Die Übersetzung kann klassisch klassifiziert werden, und zwar von frei bis wörtlich. Dieser Typ von Übersetzung wurde von Cicero benutzt. Wörtlich heißt:
- La luna di miele – Die Mondin des Honigs (Flitterwochen)
- Interlinearversion und lexikalisch korrekt, aber inadäquat und unidiomatisch: "Non mi piace il cibo." – Grammatisch: "Mir gefällt das Essen nicht" (oder "Mir schmeckt das Essen nicht")
- Lexikalisch, idiomatisch korrekt, aber nahe zum Ausgangstext: Popolo delle – Grammatisch: "Volks der Freiheit" (Freiheitliche Volkspartei)
Hier spricht man über den Grad der Gebundenheit am Ausgangstext. Neuere Oppositionen sind:
- Frei ↔ wörtlich – Sprachebene
- Verfremdend ↔ einbürgernd – Textebene
- Covert ↔ overt
Gegenstand und Art der Übersetzung
Das Gegenstand des Übersetzens kann sein: literarisch, gemeinsprachlich, fachlich. Die Art des Sprechens kann sein:
- Interlinguale (Übersetzung zwischen zwei einzelnen Sprachen)
- Intralinguale (Übersetzung zwischen zwei Varietäten derselben Sprache)
Die Übersetzungsrichtung kann sein:
- Herübersetzung (Ziel ist die Muttersprache)
- Hinübersetzung (Ziel ist die Fremdsprache → Funktionsverschiebung)
Skopos der Übersetzung kann sein: textinterner oder textexterner.
Hilfsmittel der Übersetzung
Hilfsmittel der Übersetzung sind:
- Wörterbücher (nur als Übersetzungsvorschläge) – zweisprachige der falschen Freunde – Wörterbuch
- Einsprachige / Historische Wörterbücher (Das Deutsch Wörterbuch der Grimm Brüder, im Jahr 1838 begonnen und nur im 1961 beendet, mit 32 Bände. Hier haben wir alle deutsche Wörter seit dem 16. Jahrhundert)
- Etymologische Wörterbücher
- Varietätwörterbücher
- Syntagmatische Wörterbücher
- Grammatische Nachschlagewerke
- Synonymwörterbücher
- Phraseologische Wörterbücher (um falschen Rückübersetzungen zu verhindern)
- Zitatenwörterbücher
- Fachwörterbücher
- Enzyklopedien
- Elektronische Hilfsmittel
Probleme mit der Interpretation identischer Wörter (es kommt auf den Kontext an).
Hauptströmungen der Übersetzungstheorie
Relativistisch orientierte Übersetzungstheorien
Romantische Theorie:
Wilhelm von Humboldt
Für H. ist die Sprache äußere Form des Geistes der Völker. Sie ist nicht austauschbar und ist Fundament für das Verständnis der Welt und für die Beschreibung der Welt durch das Individuum. Das Denken ist abhängig von der Muttersprache. Es geht von der Identität zwischen Sprache und Denken aus. Deshalb kann die Übersetzung nur eine Annäherung an das Original sein.
Friedrich Schleiermacher
Es geht von den Methoden des Übersetzens und die Unterscheidungen aus:
- (Zeitungen) mechanische Übersetzung ↔ (künstlerische Werke) subjektive Übersetzung
- Ausdrücke, die sich auf Objekte beziehen und die Bedeutung ist gleich in beiden Sprachen ↔ Ausdrücke, die sich auf abstrakte Begriffe beziehen und die Bedeutung verändern
- Methode 1: übersetzen, als es ein Original wirkt ↔ Methode 2: treue Wiedergabe, Ursprache soll in der Übersetzung erhalten bleiben (Folge ist Bereicherung der Zielsprache, aber leserunfreundlich)
Sprachinhaltsforschung
Leo Weisgerber
Hauptvertreter, er sagt, dass die Sprachen geschlossene Systeme sind und es nicht Äquivalente für alle Wörter gibt (Schwierigkeiten bei der Übersetzung „charakteristischer Wörter“, wie Sehnsucht, Unterschiede im System – Neffe/Enkel → nipote/cognato –, Wortfelder, unterschiedliche Konnotationsbereiche).
Saphir-Whorf Hypothese
Keine Sprache ist ähnlich zu den anderen, und sie können nicht die gleiche Wirklichkeit abbilden. Im Prinzip sind die Sprachen unübersetzbar, die Übersetzung transportiert die Sprache Inhalte in einer anderen, obwohl sie nicht die gleiche Welt darstellen.
Dekonstruktion
Jacques Derrida
Er behauptet, dass die Wörter keine fixierte Bedeutung haben. Es gibt keine feste Begrifflichkeit in der Sprache. Schriftlich sind die Texte vieldeutig, weil sie in unterschiedlichen Situationen verwendet werden können. Mündlich haben die Zeichen der Sprache keinen fixierten Sinn. Folgerung ist, dass der originale Sinn der Wörter und Texte nicht sicher ist.
Universelle Übersetzungstheorie
Die Sprache ist ein kommunikatives Instrument mit einem Zeichensystem. Der Inhalt der einzelnen sprachlichen Zeichen kann analysiert werden. Die Sprache ist ein Kommunikationsinstrument und die Sprachfähigkeit aller Menschen ist biologisch gleich. Universalistische Ansätze sind bei Paul Sassure (Sprache als Zeichensystem), Roman Jakobson (bestimmte kommunikative Funktionen, die für alle Sprachen identisch sind, wie Kontext, Sender, Kontakt...) und Noam Chomsky: Er sagt, dass jede Sprache eine Tiefstruktur hat, die aus gemeinsamen Satzstrukturen besteht.
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