1. Woche: Einführung
Es gibt keine einheitliche deutsche Sprache, sondern verschiedene Varietäten, die sich im
Hinblick auf Thema (Fachsprachen) bzw. geogr. Anwendungsbereich (nationale
Varietäten) unterscheiden. Wir bleiben immer im Bereich des Standards.
Diatopische V. (topos = Ort)
Diamesische V. (Mittel: mündlich vs. schriftlich)
Diastratische V. (soziokulturell / schichtspezifisch)
Diaphasische V. (kommunikative Situation und Funktion, Register, Stil)
Fachsprachen und Fachtexte
2 entgegen gesetzte Tendenzen:
- Spezialisierung von Kenntnissen und Tätigkeiten fordern neue Termini
(Wortschatzbereicherung) + Fachslang – neue Termini und ein neues Slang
entstehen
- Internationalisierung der sprachlichen Kommunikation, internationale
Kommunikation in den verschiedenen menschl. Tätigkeitsbereichen, aber v.a. in
Geist + Wissenschaft (Kultur, Medizin), Handwerk + Technik (EDV Recht),
Institutionen (Politik, Verwaltung, E.U., U.N.O.)
- Bedingt durch ihre Bedeutung im Alltag (Bspl. Gebrauchsanweisungen) kommt es
zu einer Popularisierung der Kenntnisse und Tätigkeiten und demzufolge zu einer
Verbreitung der entsprechenden fachlichen Verständigung
- Dazu braucht man Fachsprachen, die (Def.) als Kommunikationsmittel in
spezialisierten menschlichen Tätigkeitsbereichen gelten. Sie sind dadurch
gekennzeichnet, dass sie bei möglichst geringem sprachlichem Aufwand ein
Höchstmaß an Information vermitteln, Entsprechend den verschiedenen
Kommunikationsbereichen spricht man von verschiedenen und nicht von einer
einzigen Fachsprache
- Der Gebrauch von Fachsprachen in verschiedenen Bereichen hat eigenständige und
einander vergleichbare Züge, die eine übergreifende Betragung ermöglichen.
Diversifizierung der Fachsprachen. Aber es gibt viele Ähnlichkeiten – strukturelle,
lexikalische usw.
Verbreitung der Fachkenntnisse. Immer leichter über gemeinere Fachkenntnisse zu
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kommunizieren auch wenn man zwei verschiedene Sprachen spricht. Dazu braucht man
Fachsprachen, die als Kommunikationsmitteln in spezialisierten menschlichen
Tätigkeitsbereichen gelten.
- In den verschiedenen Sprachen, die durch internationale Kommunkiation
verbunden werden, gibt es viele Gemeinsamkeiten, vor allem in der Lexik
(Internationalismen, etwa Maus/mouse), aber auch in der Grammatik und auf der
Stilebene – daher kann man untern Umstanden von fachlexikalischen,
fachgrammatischen, fachtextuellen und fachkulturellen Äquivalenten sprechen.
- Es gibt aber auch wesentliche – irreführende – Unterschiede
Lexik: Faux amis (Kalium/caglio, Kalium=potassio)
o Unterschiedl. Bedeutungsumfang bei semantisch oder phonetisch (oft auch
o etymologisch) verwandten Ausdrücken (spekulieren/speculare)
Kulturspezifische Gegenstände und Sachverhalte (Rösti, Panettone)
o Hist. Bedingte Unterschiede (Williams Beuren Syndrom vs. Beuten Syndrom in
o Deutschland und Williams Syndrom in der englischen Welt; Schillerkragen vs.
colletto alla Robespierre)
Sprachsystem-bedingte Unterschiede (Stillleben/natura morta)
o Gliederungsunterschiede von terminolog. System (schweißen – löten/saldare –
o brasare)
Paralleltexte / Corpora von Texte: Texte, die dieselben Themen haben, aber nicht
Übersetzungen sind.
Grammatik:
Dt: Nominalgruppen (Tendenz zu synthetischen Einwortkonstruktionen vs.
o It: Periphrasen (Tendenz zu analytischen Mehrwortkonstruktionen)
(Arbeitsteilung / suddivisione del lavoro)
Gesetzmäßigkeiten Dt: Präsens / Engl: Futur
o Fachphraseologische Unterschiede (Kollokationen) (Wurzel ziehen / estrarre la
o radice)
Die Unterschiede zwischen Fachsprache und Gemeinsprache sind nicht qualitativ,
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sondern quantitativ. Die Wörter werden egal gebildet, die Form und die Struktur ist
dieselbe. Im Deutsch ist die Komposition sehr stark, im Italienisch die Derivation. Die
Sprachen bilden so die Fachsprachen.
- Text/Kultur
- Unterschiede makro-und mikrostruktureller Natur in fachübergreifenden und
fachspezifisch Textsorten
- Vorsicht: es geht hier nicht darum, Fachsprache zu erwerben (unmöglich!) oder
Fachwörter zu erlernen (dazu gibt es Wörterbücher!), sondern darum, die
Grundlagen und Erscheinungen fachliche Kommunikation und Sprache zu
vermitteln, um den Erwerb einer einzelsprachlichen Fachsprachenkompetenz zu
ermöglichen.
- Damit ist die Fähigkeit gemeint, Texte verschiedener Fachbrereiche und Textsorgen
aufgrund der Kenntnis übergreifender fachsprachlicher Merkmale zu rezipieren
und zu produzieren. Denn die Kenntnis der Verfahrensweisen fachsprachlicher
Vermittlung ermöglicht den Zugang zu den Fachkenntnissen.
Merkmale der Fachkommunikation
Schachtelsätze = lange Sätze
- Nominalstil
- Verbale Substantive
- Fachbegriffe im Bereit der Lexik
- Übersetzungen und Fremdwörter
- Wortbildungsverfahren z.B. Komposita
- Keine wertende Adjektive
- Wiederholungen = keine Synonyme, sondern Wiederholungen, die ein wichtiges
- Merkmal der Fachkommunikation sind.
Die Klammer, die Tabellen, di Grafen, die Prozentsätze.
- Symbol und typographische Merkmale
- Verschiedene Merkmale in der Fachkommunikation: Struktur (Einleitung,
- Abschnitte, wo das Thema verwickelt wird und eine Zusammenfassung), Syntax
(Nebensätze), Morphologie (Passiv, Nominalstil), Wortbildungsverfahren.
Der Sendern hat eine wichtige Rolle in der Fachkommunikation, wie der
- Empfänger.
- Wie können wir einen Text analysieren?
-
- Wo können wir Fachtexte finden?
-
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3 Es gibt viele Orte für die Fachtexte: die Bibliotheken/Fachbibliotheken,
- Fachzeitschriften, Seiten im Internet, Fachbpublikationen, Universitäten und
Institutionen.
Wann können wir Fachtexte finden?
- Im Mittelalter (Tolemeus und Galileo)
-
- Was wird kommuniziert?
- Gegenstände und Sachverhalten: worum geht es im Text? Welche sind die
- Gegenstände und Sachverhalten die dargestellt werden?
Wer der Sender ist?
- Normalerweise sind die Sender ein Forschergruppe
- Für wen Rezipienten?
- Experten (Expertenkommunikation) oder nicht experte (Leien) von Experten zu
- Leienkommunikation.
Ausdruckfunktion nicht so präsent (la sua assenza è pur sempre un risultato)
- Appellfunktion
- Wozu?
- Didaktisch, informieren, belehren, helfen und erklären, wie etwas funktioniert.
- (didaktische, deskriptive Texte)
Wie präsentiert sich den Text? Wie manifestiert sich in der Struktur? (Form,
- Struktur und Sprache)
Erwartungen sind sehr wichtig
- Woche: Modelle fachlicher Kommunikation:
1. (sprach- und erkenntnistheoretische Grundlagen, funktionale, soziale und
- kognitive Bedingungen der Fachkommunikation, Eigenschaften der Fachsprachen)
Gliederung von Fachsprachen:
(horizontale, vertikale Gliederung und Gliederung nach Textsorten)
- Vertikale Gliederung: Abstraktion
-
Bühlers Modell und Funktionen.
Modelle der Fachsprache:
Das systemlinguistische Inventarmodell (1950-70s) betrachtet Fachsprache als
- Systeme sprachlicher Zeichen, die eine fachliche Kommunikation ermöglichen. Auf
der Grundlage einer varietäten-linguistischen Konzeption werden Fachsprachen als
funktionale Varietäten einer Einzelsprache betrachtet. Hierbei spielen funktionale
Aspekte eine wesentliche Rolle. Den primären Gegenstand der Untersuchungen
bilden vor allem das lexikalische Inventar und die syntaktischen Regeln.
System Saussure, Strukturalismus.
Erkennen, …, Klassifizieren.
Syntax, Morphologie… (Strutture intermedie von Cigada).
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4 Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob es eine oder
- mehrere Fachsprachen gibt, sowie die Abgrenzung der Fachsprache von der
Gemeinsprache. Diese Abgrenzung ist äußerst problematisch: es ist besser,
innersprachliche Merkmale zu bestimmen, die für funktionale Bedingungen sorgen.
Diese Merkmale erscheinen in unterschiedlichen fachlichen und nichtfachlichen
Varietäten und sind ein Indikator für den Grad an Fachlichkeit dieser Varietäten.
Wortbildung, Phraseologismen (zwischen Lexik und Syntax).
Konstitution, Derivation…
Das Passiv ist auf Deutsch normal, sondern auf Italienisch existiert es
grammatikalisch aber er ist normalerweise nicht gebraucht.
Die Tendenz der Fachsprache ist die Quantitative Verwendung des Genitivs, das
normalerweise auf Deutsch nicht so viel gebraucht wird.
Das pragmalinguistische Kontextmodell (1980-90) betrachtet Fachsprachen als
- Textäußerungen, mit denen fachliche Kommunikation vollzogen wird sowie als das
Ergebnis der fachlichen Kommunikation. Es richtet seine Aufmerksamkeit auf den
Fachtext, den ko- und kontextuellen Zusammenhang sowie die kommunikativen
Verhältnisse der Textproduktion und –rezeption. Dabei rücken neben Lexik und
Syntax (siehe oben) auch die Bedingungen, unter denen die fachsprachlichen
Äußerungen vorgenommen werden ins Zentrum des Forschungsinteresses. D.h.
neben den innersprachlichen Bedingungen von Interesse. Neben funktionalen
Aspekten spielen auch psychologische Aspekte eine wesentliche Rolle, die
Fachsprachenforschung wird auch durch die Berücksichtigung intellektueller
Fähigkeiten gekennzeichnet, etwa Motivation und Intention bei der
Fachkommunikation.
Pragmalinguistik: How to do things with words
Den theoretischen Hintergrund bilden pragmalinguistische und
- textwissenschaftliche Fragestellungen – dieses Kommunikationsmodell ist durch
große Interdisziplinarität gekennzeichnet, d.h. durch die Integration verschiedener
interdisziplinäre Forschungsansätze (Soziologie, Psychologie, Pragmatik, Semiotik,
Kommunikationswissenschaft, Statistik, Terminologielehre).
Beim kognitionslinguistischen Funktionsmodell bilden die kognitiven Anlagen des
- Menschen den Ausgangspunkt der linguistischen Betrachtung. Dieses Modell
richtet das Augenmerk auf den Produzenten und den Rezipienten der
fachsprachlichen Kommunikation und insbesondere auf ihre intellektuellen und
emotionalen Voraussetzungen beim Gebrauch fachsprachlicher Zeichen in
fachsprachlichen Texten.
Die wissenschaftliche Basis stellt die kognitive Linguistik, vor allem die Studien
- über die linguistischen Aspekte der Sprachverarbeitung dar. Die
Darstellungsfunktion der Fachsprache wird um ausdrucks- und appellfunktionale
Aspekte bereichert.
1957. Chomsky. Linguistica cognitiva (sviluppo della psicologia). G
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Testi Latino
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Presentazione per esame - Testi Specialistici della Lingua Tedesca
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Testi specialistici della lingua inglese
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Lezioni, Testi specialistici della lingua spagnola