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Woche: Zeichen und Einheiten

Einführung

- Saussure: Cours de linguistique générale (1916)

- Sprache als System (où tout se tient)

- Strukturalismus

Das Zeichen

- Arbitrarität, Konventionalität, bilateraler Charakter

- Langue vs Parole

- Sprache u. Sprechen

- Sprachfähigkeit: Regeln und Regelmäßigkeit

Der Cours de linguistique générale ist die Wiege der Linguistik. Saussure ist der Baustein der Linguistik. Der Strukturalismus von Saussure stützt sich auf einige Konzepte:

  • Sprache als System. Die Sprache strukturiert sich als System „où tout se tient“. Phoneme, Morpheme, Lexeme… Die Sprache ist ein strukturiertes System, wo jedes Element eine Funktion hat.

Das Zeichen:

  • Bilateraler Charakter: das Bezeichnende (= significante), die Form, und das Bezeichnete (= significato), der Inhalt. Sie gehören zusammen.
  • Arbitrarität. Die Beziehung zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem ist arbiträr, es gibt keine Logik.
  • Konventionalität. Die Beziehung beruht auf Konventionen. Es gibt Konventionen, die die arbiträre Beziehung zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem miteinander verhangen. Es ist sprachspezifisch. Die Konventionen sind zum Teil kodifiziert (Wörterbücher, Grammatiken, Lexika), Konventionen werden von den Mitgliedern der Sprachen verbreitet. Aber sie sind auch mit der Sprachgemeinschaft verbunden. Sie sind nicht unbedingt festgehalten, sie sind Teil eines Sprachgutes. Mitglieder der Sprachgemeinschaft unterscheiden sich von der Verbindung mit den Konventionen.

Langue: sozialverankertes Sprachgut. Die Langue ist ein soziales Gut, was von den Mitgliedern einer Sprachgemeinschaft geteilt wird. Im Moment in dem ein Text produziert wird, entsteht ein Sprechakt oder Schreibakt. Es ist eine absolut individuelle Operation, die wir ‚Parole‘ benennen.

Parole: konkrete Realisierung eines geschriebenen oder gesprochenen Textes. Sprachfähigkeit, Fähigkeit, Regeln und Regelmäßigkeiten im konkreten Schreibakt zu realisieren. Der Zeichenbenutzer hält sich an arbiträre konventionalisierte „Regeln“ für die Verbindung zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem.

Kommunikationsmodell

Kommunikation hat einen Ursprung (A). A hat einen Willen zu kommunizieren. Der Wille von Kommunikation wird in Sprache bzw. Sprachzeichen verwandelt (geschrieben oder gesprochen).

Sprachzeichen werden durch ein Medium vermittelt. Sie erreichen einen Rezipienten (Hörer oder Leser). Die Sprechintention wird rückverwandelt (Dekodierung). Die Kommunikation ist gelungen, wenn die Sprechintention vom Rezipienten verstanden ist.

Sprecher A und Hörer B.

  • Sender: Vom Sinn (Sprechintention, intentio dicendi) zum Text (Kodierung).
  • Empfänger: Vom Text zum Sinn (Dekodierung).

Ebenen: Diachronie vs. Synchronie

Diachronie (historische Sprachwissenschaft, Etymologie, Sprachgeschichte) vs. Synchronie

Syntagma vs. Assoziation (Paradigma)

Die Einheit

= Grundbestandteil (Segmentierung auf unterschiedlichen Ebenen, vgl. CG „strutture intermedie“: Phonetik/Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik)

  • Martinet: doppelte Gliederung (bedeutungstragende vs. bedeutungsunterschiedende Elemente)

Zeichen und Einheiten

Betrachtung eines Textes

Diachronie: wir sind auf die chronologische Reihenfolge interessiert. Das Zeichen verändert sich in der Zeit (Form + Inhalt).

Synchronie.

Syntagmatische Ebene: bezieht sich auf die Beziehungen zwischen den Zeichen. Z.B. Deklination, Wortbildung, Konjugation. Entscheiden auf der syntagmatischen Achse. Die Wahl der Zeichen innerhalb einer Menge von gleichartigen Elementen. Z.B. Wortklasse.

Paradigmatische Ebene. Das Paradigma bedingt das Syntagma und das Syntagma bedingt das Paradigma. Syntagma bestimmt Paradigma und Paradigma bestimmt Syntagma.

Lexikalische Ebene/Einheit: Lexem; phonetische Ebene: Phon; phonologische Ebene: Phonem… Ebene: strutture intermedie (Cigada)

Double articulation du language. Bedeutungsunterscheidende Elemente. Unterschiedliche Wörter voneinander zu unterscheiden. Semantische Unterschiede (mare, mare). Morpheme tragen eine Bedeutung.

Typologien

  • Lexeme = Morpheme mit einer lexikalischen Funktion. Sie drücken einen Inhalt aus. Auch einsilbige Morpheme bedeuten etwas: z.B. Haus, Kind.
  • Neutrale Morpheme: Flexions- und Wortbildungsmorpheme. Grammatikalische Bedeutung. Be- hat eine grammatikalische Bedeutung, ist ein Präfix. Morpheme im Bereich der langue (Sprachguts).

Morphe: Individuelle Realisierung im Bereich der parole. -chen und –lein sind Allomorphe: verschiedene Form aber dieselbe Funktion. Isomorphie.

Können bezeichnet eine Fähigkeit, ein Wissen wie. Wissen bezeichnet ein was. Wenn man eine Regel kennt spricht man von ‚wissen‘, wenn man eine Regel benutzen kann, spricht man von ‚können‘. Weltwissen: man weiß, dass es eine Gravität gibt, unerkenntlich von der Sprache. Man braucht Sprachwissen und auch Weltwissen, um einen Text zu verstehen. Man muss Erwartungen haben.

Sprachwissen:

  • Systematisches Wissen
  • Lexikalisches Wissen: Semantik

Scheibenwischer große Buchstabe am Anfang; -er: maskulin, Person, nomen agentis, Substantiv, der aus einem Verb kommt; Scheibe è fetta, ma anche finestrino, wischen: lavare. -er bezeichnet jemand oder etwas, der etwas tut, ein nomen agentis für Substantive aus einem Verb.

Morpheme, Morphe und Allomorphie (Saussure, langue vs. parole, Ausdruck vs. Inhalt… Bspl.). Keine Isomorphie Form/Funktion.

Sprachwissen vs. Weltwissen. Systemisches Wissen (etwa im Hinblick auf die Funktion des Suffixes –er zu Ableitung der Personenbezeichnung) + lexikalisches Wissen = Semantik.

Mit Synonymen arbeiten.

Berlin: Hauptstadt Deutschlands

In die deutsche Hauptstadt wird der erste deutsche Kosmonauten präsentiert.

Die Semantik

Woche: Semantik (LH 245-264; Violi 1-207: 12:13!)

Fachterminologie und Begriffserklärung (DTV: BM: Komponentenanalyse, Sem/Semem, Semantik, semantische Netze, semantisches Merkmal, semantisches Dreieck)… Einheiten, Teildisziplinen der Sprachwissenschaft („Strutture intermedie“)

- Semantik (= Bedeutungslehre, in Bezug auf Zeichen)

- Ursprüngl.: Semasiologie, heute Semasiologie (vom Ausdruck zur Bedeutung)

Onomasiologie (von der Sache zum Namen/Bezeichnung)

Das semantische/semiotische Dreieck (Duden/Richards, 1923)

Semasiologie: das aus Semantik stützende Verfahren.

  • Ausdruck und Inhalt, signifiant und signifié

Semantik bezeichnet die Bedeutungslehre. Onomasiologie. Ausdruck, Inhalt und Bezug zum Objekt. Ausdruck in Buchstabe, Idee von „Baum“ und konkreter Gegenstand.

Semantik nach strukturalistischer Auffassung (Saussure: Struktur, System)

  • SEM (Grundeinheit semantischer Analysen); Bedeutungsmerkmal (vgl. Hjelmslev: Glossem): kleinste distinktive Komponente zur Beschreibung sprachlicher Ausdrücke.
  • SEMEM: Gesamtbedeutung, ergibt sich aus der Summe der Seme, lexikalische Bedeutung eines Morphems.

Sem: minimale Einheit innerhalb der Semantik. Sie bezeichnet einer Meinung. Bedeutungsmerkmale: Semem. Das Semem besteht aus Semen. Er hat eine Gesamtbedeutung, die sich aus der Summe der Seme ergibt und die lexikalische Bedeutung eines Morphems bestimmt.

Komponentenanalyse (Semanalyse nach Pottier, Merkmalanalyse). CNS (= condizioni necessarie e sufficienti) = NHB (= notwendige und hinreichende Bedingungen). Voraussetzung: es ist möglich (vgl. Phonologie) mit einem begrenzten Inventar universell gültiger Merkmale das Gesamtlexikon einer Sprache zu beschreiben.

Weiterentwicklung (spezifisch für Deutsch)

  • Wortfeld (Trier). Begriffskomplex als gegliedertes Ganzes

Gegliedertes Wortkomplex (ausgehend von Saussure + Gestaltpsychologie)

  • Inhaltsbezogene Grammatik (Weisgerber vgl. „sterben“, Weltbild, Humboldt, Energetische Sprachauffassung, 50er Jahre, Duden). Schichten der Bedeutung: Begrifflicher Kern (Denotat), Nebenvorstellung, Begleitgefühl (Konnotat), (Gefühlswert).

Jede Sprache besteht aus Wortfeldern, die aus gegliederten Begriffskomplexen bestehen. „Sterben“ ist ein Wort, dazu wir ein bestimmtes Gefühl assoziieren. Man kann aber andere Wörter mit derselben Bedeutung benutzen: angehen, weggehen…

Für das Wortfeld „Schnee“ gibt es in Eskimo verschiedene Wörter, die alle eine bestimmte Bedeutung haben. Es ist ein Patchwork, eine Landkarte.

Humboldt. Weisgerber betrachtet das Wort als komplexes … und unterscheidet ein Begrifflicher Kern (Denotation), eine Nebenvorstellung und ein Begleitgefühl (Konnotation).

„Brot“:

  • Denotat: ein Gegenstand.
  • Begrifflicher Kern: Das, was wir normalerweise essen.
  • Begleitgefühl. Es gibt verschiedene Konzepte: Das schwarze Brot. Verschiedene Arten Brot. Brötchen mit Schokolade.

Diese Betrachtung der Bedeutung ist komplexer als die von Saussure.

Kritische Punkte der Komponentenanalyse

Kritik der Komponentenanalyse:

  • Welche/wie viele Komponenten
  • Wo liegt die Grenze zw. den semantischen Kategorien?
  • Empirische Untersuchungen

70er Jahre: Frage nach der psychologischen Realität semantischer Repräsentationen

Verständnis beruht nicht auf Segmentierung in Merkmale

Frage nach der Organisation und Struktur semantischer Repräsentationen (Kognition)

Assoziative Struktur des mentalen Lexikons (Assoziation vs. Identität). Wörter sind auf der Grundlage sem. Felder miteinander verbunden.

60er/70er Jahre (künstliche Intelligenz): semantische Netze, semantische Relationen zw. konzeptuellen Primitiven.

Familienähnlichkeit (Wittgenstein 1953. „Spiel“)

Chomsky: wir verstehen die Bedeutung von der Erfahrung (z.B. Kinder). Was ist ein Hund? Fido ist ein Hund.

Stereotyp (vgl. semantisches Differential, Popularitätsprofil, Osgood): Terminus im Rahmen Putnams philosophischer Bedeutungstheorie; eingeführt, um die Gesamtheit von jeweils fest mit einem Wort verbundenen Bedeutungassoziationen bzw. für Glaubensinhalt über Eigenschaften von typischen Vertretern natürlicher Klassen zu bezeichnen. Diese stereotypen Annahmen können empirisch korrekt oder inkorrekt sein. Stereotypen sind das Ergebnis einer perzeptuellen Klassifizierung der in sich strukturierten Welt durch die menschliche Kategorienbildung (vgl. Rosch).

Popularitätsprofil benutzt man im Marketing. Antonyme finden: Brot

  • Weiß, schwarz
  • Klein, groß
  • Gesalzen, ungesalzen

Kulturspezifische Bedeutung der Wörter. Für italienische Leute ist das Brot weiß, für die Deutschen ist es schwarz, für die Toskanischen ist es ungesalzen.

Hilary Putnam definierte das Wort „Stereotyp“ in einem philosophischen Bereich. Stereotype können positiv oder negativ sein. Wenn sie negativ sind, kommt der Vorurteil.

Prototyp: Terminus aus der Psychologie (Rosch), konkret, bester Vertreter natürlicher Kategorien,

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Scienze antichità, filologico-letterarie e storico-artistiche L-LIN/14 Lingua e traduzione - lingua tedesca

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