Einführung in den Satz
In dieser Lektion geht es um den Satz. In den beiden folgenden Lektionen soll es ebenfalls um den Satz gehen.
Themen
- Die Satzglieder: Eine Einführung
- Einteilung und Beschreibung der Satzglieder
- Die Stellung der Satzglieder
Die Satzglieder: Eine Einführung
Zwischen Wort und Satz liegt die Ebene der Satzglieder. Satzglieder können aus einem oder mehreren Wörtern bestehen. Satzglieder lassen sich im Hauptsatz um das finite Verb herum bewegen.
Erkennung von Satzgliedern
Es gibt zwei Proben, um Satzglieder zu erkennen – die sogenannte Umstellprobe und die Ersatzprobe:
- Ersatzprobe: Ich schenke dem Kind im Park einen Ball. Ich schenke ihm dort einen Ball.
- Umstellprobe: Im Park schenke ich dem Kind einen Ball. Dem Kind schenke ich im Park einen Ball.
Keine Satzglieder sind:
- Alle Wörter, die sich nicht allein um das finite Verb in der 2. Position bewegen lassen:
- Präpositionen
- Partikeln
- Sondernegationen
- Attribute
- Artikelwörter
- Alle Wörter, die sich auf mindestens zwei Satzglieder beziehen, sind ebenfalls keine Satzglieder:
- Satznegationen
- Konjunktionen und Subjunktionen
- Satzäquivalente
Satzglieder sind:
- Nebensätze
- Infinitivkonstruktionen und einfache Infinitive
Einteilung und Beschreibung der Satzglieder
Die Satzglieder sind Funktionsglieder, d.h. Funktionen von Kategorien in der Konstituentenstruktur des Satzes (sie sind mehr als nur Stellungsglieder). Sie sind also Relationen. Sie sind nicht unabhängig vom Kontext aufzählbar. Man kann also drei Verben benennen, aber drei Objekte kann man nur aus dem Kontext heraus aufzählen.
Aufzählung der Funktionsglieder:
-
Prädikat:
- Finites Verb: Dasjenige Satzglied, das eine feste Position im Satz einnimmt und um das herum sich im Hauptsatz die anderen Satzglieder bewegen. Es ist obligatorisch.
- Ich trinke ein Bier.
- Grammatischer Prädikatsteil: Der nicht-finite, aber verbale Teil eines mehrteiligen Prädikats, z.B. Infinitiv oder Partizip; obligatorisch:
- Er will ein Bier trinken. / Er hat ein Bier getrunken.
- Lexikalischer Prädikatsteil: Der nicht-finite Teil eines mehrteiligen Prädikats, der aus lexikalischen oder Wortbildungsgründen steht, z.B. Substantiv, Adjektiv, Präfix:
- Ich fahre Ski. / Ich stehe morgen spät auf. / Ich esse mich satt.
- Finites Verb: Dasjenige Satzglied, das eine feste Position im Satz einnimmt und um das herum sich im Hauptsatz die anderen Satzglieder bewegen. Es ist obligatorisch.
-
Prädikativ:
- Subjektsprädikativ: Nicht-finiter und nicht-verbaler Bestandteil eines mehrteiligen Prädikats bei den Kopulaverben sein, werden, bleiben:
- Er ist Lehrer. / Sie wird rot. / Wir bleiben da.
- Sie wird für eine Besserwisserin gehalten. / Er wird klug genannt.
- Objektsprädikativ: Nicht-verbaler Teil eines mehrteiligen Prädikats, der sich auf das Objekt bezieht:
- Ich halte sie für eine Besserwisserin.
- Subjektsprädikativ: Nicht-finiter und nicht-verbaler Bestandteil eines mehrteiligen Prädikats bei den Kopulaverben sein, werden, bleiben:
-
Subjekt:
- Das Subjekt wird durch ein Substantiv oder ein substantivisches Pronomen im Nominativ repräsentiert:
- Die junge Frau (Sie) kauft ein neues Auto.
- Es ist obligatorisch.
- Durch eine Passivtransformation wird das substantivische Subjekt zum Präpositionalobjekt:
- Ein neues Auto wird von der jungen Frau gekauft.
- Das Subjekt wird durch ein Substantiv oder ein substantivisches Pronomen im Nominativ repräsentiert:
-
Arten von Objekten:
- Akkusativobjekt
- Dativobjekt
- Genitivobjekt
- Präpositionalobjekt
-
Akkusativobjekt:
- Sie trinkt den Kaffee.
- Wird durch eine Passivtransformation zum Nominativsubjekt des passivischen Satzes:
- Der Kaffee wird getrunken.
-
Dativobjekt:
- Ich gratuliere dem Gewinner.
- Bleibt von der Passivtransformation unberührt:
- Dem Gewinner wird gratuliert.
-
Genitivobjekt:
- Sie verdächtigen ihn des Mordes.
- Bleibt von Passivtransformation unberührt:
- Er wird des Mordes verdächtigt.
-
Präpositionalobjekt:
- Sie schreibt Weihnachtsgrüße an die Mitglieder.
- Von Passivtransformation unberührt:
- Weihnachtsgrüße werden an die Mitglieder geschrieben.
-
Objekt zum Prädikativ:
- Sie ist stolz auf ihren Sohn.
- Abhängigkeit vom Adjektiv als Prädikativ.
-
Adverbialbestimmung:
- Objekte werden normalerweise durch Personalpronomina ersetzt, Adverbialbestimmungen durch Adverbien:
- Ich sehe den Mann (ihn) /. Er läuft in den Park (dorthin).
- Bei präpositionalen Objekten ist die Präposition vom finiten Verb regiert, bei Adverbialbestimmungen spezifiziert die Präposition semantisch die Beziehung zu dem von ihr regierten Wort.
- Wir warten auf gutes Wetter. / Wir warten vor dem Kino.
- Kann durch folgende Satzglieder repräsentiert werden:
- (Präposition +) Adverb: Ich helfe ihm später.
- Substantiv im Akkusativ: Ich sehe jeden Abend fern.
- Substantiv im Genitiv: Eines Tages war sie verschwunden.
- Präposition + Substantivwort: Ich wohne in der Stadt.
- Normalerweise sind Adverbialbestimmungen frei oder fakultativ, aber einige Temporal- und Lokalbestimmungen sind obligatorisch:
- Ich wohne in der Stadt. / Der Regen dauerte kurz.
- Objekte werden normalerweise durch Personalpronomina ersetzt, Adverbialbestimmungen durch Adverbien:
-
Semantische Klassen der Adverbialbestimmung:
- Temporalbestimmung: Ich helfe ihm morgen.
- Lokalbestimmung: Sie geht in den Garten.
- Modalbestimmung: Sie spricht sehr schnell.
- Kausalbestimmung: Wir bleiben wegen des Schlechtwetters zu Hause.
- Konditionalbestimmung: Bei schönem Wetter könnten wir spazieren gehen.
- Konzessivbestimmung: Trotz des Regens fahre ich mit dem Rad.
- Finalbestimmung: Ich lese das Buch zum Vergnügen.
Syntax: Primäre Satzglieder
In der Syntax unterscheidet man zwischen primären Satzgliedern...