Esame di Stato di liceo linguistico - 2003
Tema di: lingua straniera
Testo di attualità – lingua tedesca
(comprensione e produzione in lingua straniera)
Wer erwischt wird, muss putzen
Die Party war lang, der Weg zur U-Bahn auch: An Hauswänden, ja sogar am Lieferwagen eines
Pizzadienstes hinterließen die beiden 17-jährigen Sprayer ihre Spuren: drei Buchstaben in
schwarzer Farbe. Insgesamt 33 solcher tags (aus dem Englischen: Schriftzug, eigentlich: Etikett) sprühten sie
entlang der Straße im Münchner Stadtteil Freimann – bis die Polizei eintraf. Gesamtschaden: rund
12.700 Euro. Noch in derselben Nacht stellten die Polizisten die Wohnungen der beiden Sprayer auf
den Kopf, konfiszierten ihre black books (Skizzenbücher) und weiteres „verdächtiges“ Material – bis
hin zum Matheheft. Ein Jahr lang, in mehreren hundert Arbeitsstunden, arbeiten sie nun den
Schaden ab, den größten Teil durch Putzen von Hauswänden. Die restlichen Kosten zahlen sie in
Raten ab.
Mein Eindruck ist, dass das Phänomen Graffiti insgesamt zurückgeht, weil der Druck, erwischt zu
werden, steigt“, sagt Sozialpädagoge Wolfgang Goß, der die – oft auf frischer Tat ertappten –
Sprayer betreut. „Die Sprayer haben weniger Zeit, daher gibt es immer weniger großflächige Bilder
(pieces), die Schriftzüge (tags) oder – wer so will – Schmierereien nehmen zu.“ Im Durchschnitt
werden 36 Graffitidelikte pro Tag in München angezeigt. „Die meisten Hausbesitzer geben sich
gelassen, wenn die Sprayer im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs die Farbe wieder entfernen“,
sagt Goß.
Der Ausgleich ist für die Eigentümer der Idealfall. Oft kann die Polizei die Sprayer aber nicht
ermitteln, der Hauseigentümer muss dann in die eigene Tasche greifen. Die Kosten für eine
Entfernung sind je nach Beschaffenheit des Putzes und der Intensität der Graffiti unterschiedlich.