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Harry Heine 1797 Düsseldorf - 1856 Paris

Wichtige Informationen aus dem Lebenslauf
Jüdische Abstammung
Heinrich Heine ist 1797 in Düsseldorf geboren, er stammte aus einer jüdischen Familie und besuchte eine israelitische Privatschule.

Verhältnis zum Onkel Salomon Heine
Der Onkel Salomon, mehrfacher Millionär, unterstützte ihn finanziell, obwohl er wenig Verständnis für dessen literarische Interessen hatte. Während seiner letzten Reise nach Deutschland im Jahre 1843, traf er seinen Onkel.

Studium
1819 nahm Heine das Studium der Rechtswissenschaft auf. Zunächst schrieb er sich in die Universität Bonn ein, wo er die Vorlesung zur Geschichte der deutsche Sprache und Poesie von Schlegel hörte. Im Wintersemester 1820 ging er an die Universität Göttingen, während er die folgende zwei Jahre an der Berliner Universität studierte und Vorlesungen bei Hegel hörte. Im Juli 1825 wurde Heine zum Doktor der Rechte promoviert. Seine Pläne, sich in Hamburg als Anwalt niederzulassen, konnte er aber nicht erreichen.

Übertritt zum protestantischen Glauben
Um seine Anstellungchancen als Jurist zu erhöhen, ließ er sich taufen und nahm den Namen Christian Johann Heinrich Heine an. Trotz der Taufe wurde er von der deutschen Gesellschaft immer noch als Jude wahrgenommen. Religiös damals völlig indifferent, betrachtete er den Taufschein ohnehin nur als Entre Billet zur europäischen Kultur: trotztdem akzeptierten die Träger dieser Kultur auch ein getauft wie ihn nicht als ihresgleiches. Die erhofften(sperate) Folgen der Taufe blieben aus(non si presentarono), und Heine hat seinen Übertritt zum Christentum später mehrfach ausdrücklich bedauert. (se ne è espressamente rammaricato)

Problem der sozialen Anerkennung und der Selbstbehauptung
Heine wurde von der ganzen Gesellschaft ignoriert. Darüber spricht er im Gedicht “Sie haben heut abend Gesellschaft”. Hier wendet sich der Sprecher an eine Person, die ihn nicht wahrnimmt und sich nicht um seine Gefühle kümmert. Der Dichter will sich aber nicht nur an dieser Person rächen (vendicare), sondern an der ganzen Gesellschaft, die ihn nicht anerkennt. Er fühlt sich aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Aus diesem Grund inszeniert er seinen Selbstmord demonstrativ mittel auf der Straße.Wir stehen also vor einem sozialen Protest.

Zensur der Werke und Exil in Paris
Wegen seiner politischen Ansichten zunehmend angefeindet (sempre più osteggiate) - vor allem in Preußen - und der Zensur in Deutschland überdrüssig(stanco della censura), siedelte er 1831 nach Paris über. Hier begann seine zweite Lebens - und Schaffensphase.

Heine und die Vertreter des Jungen Deutschland
Das Junge Deutschland war eine Gruppe von Intellektuellen, die durch die Literatur das politische Leben in Deutschland erneuern wollte. Die Jungdeutschen kämpften für Demokratie, nationale Einheit, soziale Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und wie Heine, wurden sie von der Zensur verfolgt. Ein wichtiger Vertreter des Jungen Deutschlands war Ludwig Börne, der, wie Heine selbst, in Paris im Exil lebte. Trotz der gemeinsamen Ideen, verstand sich Heine nie als Vertreter des Jungen Deutschlands. Er betrachtete die Jungdeutschen als Tagesschriftsteller, er wollte dagegen Künstler sein. Außerdem waren die Jungdeutschen für die republikanische Staatsform, während Heine auf eine parlamentarische Monarchie hoffte.

Heine, der Sozialismus und Karl Marx
In Paris kam Heine mit den Ideen von Karl Marx, den er persönlich kennen lernte, und des Sozialismus in Berührung. Der Einfluss der sozialistischen Ideen ist im satirischen Versepos “Deutschland. Ein Wintermärchen” deutlich zu erkennen. Dieses Versepos wurde durch Heines Deutschlandreise 1843 angeregt(sviluppato). Darin kommentierte er äußerst bissig (in modo molto elegante) die staatlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland. Heine dachte, es sei möglich für alle Menschen auf Erden glücklich, d.h. würdig, zu leben. Allen haben das Recht, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Diese Idee teilte er mit Karl Marx, Heine ist aber kein Beführworter einer sozialistischen oder kommunistischen Revolution. Er hatte nämlich ganz andere politischen Ideen.

Journalistische Tätigkeit in Paris
Ab 1832 war Heine als Pariser Korrespondent der Augsburger Allgemeinen Zeitung tätig, für die verfasste er eine Artikelserie, die noch im gleichen Jahr unter dem Titel “Französische Zustände” in Buchform erscheinen sollte. Die Artikeln erschienen anonym, aber allen politisch Interessierten war klar, wer sie verfasst hatte. Heines Leser waren liberal, demokratisch, gesinnte Menschen die seine Ideen teilten. Die Artikelserie wurde aber von der Zensur eingestellt, zunächst 1833 in Preußen und 1835 in allen Mitgliedstaaten des Deutschen Bundes.

Kritik am deutschen Nationalismus
Ein wichtiges Thema seiner journalistische Produktion in Paris war z.B. das Problem des deutschen Nationalismus. Davon ist im Schlusswort von “Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland” die Rede. Früher als die meisten Zeitgenossen erkannte Heine den zerstörischen Zug im deutschen Nationalismus, der sich zusehends von den Ideen der Demokratie entfernte. Obwohl er Deutschland als seine Heimat liebte, konnte er die deutschen Verhältnisse von außenher sehr scharf beobachten und beurteilen. Er betrachtete z.B. den deutschen Nationalismus als äußerst gefährlich. Er spürte (avvertiva) in ihm einen untergründlich (profondo) Hass auf alles Fremde. Rückwertsblickend können wir sagen, dass die deutsche Revolution, von der Heine spricht, mit der Nazidiktatur verglichen werden könnte

Heine und der Kommunismus
Heine hatte stets (immer) ein ambivalentes Verhältnis zur Philosophie von Marx. Heine erkannte die Not der entstehenden Arbeiterklasse und unterstützte ihre Anliegen. Zugleich fürchtete er, dass der Materialismus und der Radikalität der kommunistischen Ideen vieles von dem Vernichten (annientare) würden, was er an der europäischen Kultur liebte und bewunderte. Heine hatte mit der Kommunisten einen gemeinsamen Feind und das war, so Heine, der deutschen Nationalismus.

Die Jahre der Krankheit
Heine erkrankte an einer progressive Lähmung aller Glieder. Nach dem Verbot seiner Werke zeigten sich erste Symptome der Krankheit - Lähmungserscheinungen (paralisi), Kopfschmerzattacken und Sehschwächen (disturbi della vista) -, die ihn am Ende seines Leben acht Jahr ans Bett fesseln (costringere) sollte. Diese Situation bezeichnete er die “Matrazengruft”. Er starb 1856 und liegt noch heute auf dem Friedhof Montmartre begraben.

Sie haben heut abend Gesellschaft
Die Biographen haben viel über Heine und seine Liebe zu der Cousine Amalie geschrieben. Im Buch der Lieder verfasste Heine viele Gedichte, die das Unglück in der Liebe thematisieren und in dem Worten Heines kann sich der Leser jeder Generation erkennen. Es handelt sich um eine universale Thematik, die Heine sehr gut gestalten konnte. Aus diesen Gründen hatten die Gedichte über den sogenannten Liebesschmerz einen großen Erfolg. Vermutlich ging es dem Dichter nicht nur um sein Unglück in der Liebe, sondern auch um das Problem seines Selbstbehauptung, um seine soziale Anerkennung. Als Jude wurde er als dichtender Kaufmann ausgelacht. Außerdem war er finanziell von seinem Onkel abhängig. So spielt die Sorge in die soziale Position eine wichtige Rolle in seiner Poesie.
Das Ich steht allein im Dunklen und wendet sich an ein Du, eine Person die ihn nicht wahrnimmt und sich nicht um seine Gefühle kümmert. In der 3. Strophe wird das Ich durch eine dritte Person ersetzt (sostituito). Im Mittelpunkt steht immer noch der Sprecher, aber er erscheint durch das Bild seines Herzens. Der Dichter will sich nicht nur an den bösen Frau rächen (vendicarsi), die ihn nicht liebt, sondern an der ganzen Gesellschaft, die ihn nicht anerkennt. Er fühlt sich aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Aus diesem Grund inszeniert er seinen ragischen Selbstmord, demonstrativ mitten auf der Straße. Wir stehen also nicht nur vor einem Gedicht über die unglückliche Liebe, sondern auch vor einem sozialen Protest.

Loreley
Die Loreley ist ein Schieferfelsen im UNESCO-Welterbe im Rheinland-Pfalz. Loreley ist auch der Name einer Nixe, ein böser Geist, die auf diesem Felsen wohnt. Die Geschichte der Loreley ist ein beliebtes Thema in der deutsche Tradition und wurde von einer Ballade von Brentano erzählt. Die Loreley war eine sehr schöne Frau, die wegen einer unglücklichen Liebeserfahrung zu einer bösen Hexe geworden war. Alle Männer wurden Opfer ihrer Schönheit, weil sie alle Schiffer ins Verderben führte. Die arme Loreley von Brentano nimmt sich am Ende aus unglückliche Liebe das Leben. Brentano versucht den Ton des Volkslied zu imitieren: er sammelte Balladen und Lieder der deutschen Tradition und gab sie mit seinem Freund Achim von Arnim heraus. Ihre Sammlung heißt Das Knaben Wunderhorn und enthält (contiene) nicht nur echte Volkslieder, sondern auch Neuschöpfungen wie z.B. Loreley.
Der Leser von Heine war mit diesem Text von Brentano schon vertraut (familiare). So brauchte Heine die ganze Geschichte nicht mehr zu erzählen, sie wird von dem Dichter nur angedeutet. Heines Gedicht erreichte eine sehr große Popularität: Zunächst ist die Loreley eine mythologische Figur der deutschen Vergangenheit und erinnert an das Mittelalter, an die Romantik. Das Gedicht thematisiert eine tragische Liebe; Zugleich ist die Loreley auch eine Landschaft auf die, die Deutschen stolz sind. Zum Schluss trug die Musikalität der Sprache zum Erfolg des Gedichts bei.
Heines Gedicht besteht aus 6 Strophen, zu je 4 Zeilen. Das Reimschema ist ABAB, die Reime sind einfach, erinnern an die Balladen, an die Volkslieder der alten Tradition. Am Anfang, in den ersten 3 Strophen, ist der Rhytmus ziemlich langsam, dann wird er, in der 4. und 5. Strophe, schneller, denn der Rhytmus entspricht der Tragik des Gesehens (eventi). Der Höhepunkt ist die Stelle in der das lyrische Ich auf den Tod des Schiffers hinweist (fa riferimento).
Inhaltlich lässt sich das Gedicht in zwei Teile gliedern. Die erste und die letzte Strophe in denen das lyrische Ich auftritt und die zentralen Strophen in denen Heine sich auf die Landschaft und auf die Figur der Loreley bezieht.

Reisebilder
Heine Reisebilder sind ein vortreffliches Beispiel für die Gattung Reisebricht. Seine Reisebeschreibungen betreffen nicht mehr allein Landschaften oder Denkmäler, sie sind Anlass zu kritischen Betrachungen über die zeitgenössische Gesellschaft, zu politischen und sozialen Äußerungen und zu Kritik an der traditionellen, kleinbürgerlichen Lebensweise. Darin zeigt sich Heine als Meister der Ironie und der Satire.

Französische Zustände
Mit den Französischen Zuständen begründete Heine den modernen politischen Journalismus in Deutschland. Außerdem nahm Heine von nun an die Rolle eines geistigen Vermittlers zwischen Deutschland und Frankreich ein und stellte seine Position auch erstmals in einem gesamteuropäischen Rahmen dar.

Deutschland. Ein Wintermärchen
Mitte der 1840er Jahre entstand das satirischen Versepos Deutschland. Ein Wintermärchen, angeregt durch Heines Deutschlandreise 1843. Darin kommentierte er die staatlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland. In diesem Versepos ist der Einfluss der sozialistischen Ideen von Karl Marx deutlich zu erkennen. Heine dachte, es sei möglich für alle Menschen auf Erden glücklich, würdig zu leben. Allen haben das Recht, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Heine war aber kein Beführworter einer sozialistischen oder kommunistischen Revolution, er hatte nämlich ganz andere politischen Ideen.

Die schlesischen Weber
Schon seit Beginn der 1840er Jahre hatte sich Heines Ton zusehends radikalisiert. Er erkannte die Not der entstehenden Arbeiterklasse und unterstützte (sosteneva) ihre Anliegen (richieste). Beispielhaft dafür ist sein Gedicht Die schlesischen Weber von Juni 1844. Es war von dem Weberaufstand inspiriert, der im selben Monat in Schlesien begann.
Nach der Einführung des mechanischen Webstuhls sanken die Löhne der Weber unter das Existenzminimum. Die Weber rebellierten, marschierten auf die Häuser der Fabrikbesitzer zu und plünderten sie. Es handelte sich um eine spontane Revolte. Die Weber hatten in Wirklichkeit kein revolutionäres Programm und keine Anführer, der die Revolte leitete. Die Aufstände der Weber wurden preußischen Militär blutig unterdrückt und keine soziale Reformen wurden angeleitet.
Heine verfasste das Gedicht gleichzeitig mit den Aufständen der Weber. Die Weber von Heine verstehen sich als soziale Klasse. In dieser Hinsicht sind die Worte des Refrains am Ende jeder Strophe wichtig: sie wiederholen das Pronomen “wir”. Außerdem haben die Weber von Heine ein Programm: sie wollen, dass Deutschland, so wie es jetzt ist, zu Grunde geht. Deutschland ist in den Augen der Weber ein falsches Vaterland, wo soziale Ungerechtigkeit herrscht. Heine hat die deutschen Verhältnisse bestimmt nicht falsch eingeschätzt. Er hat die Möglichkeit einer proletarischen Revolution vorausgesehen und zwar bevor Karl Marx das Manifest der kommunistischen Partei veröffentlichte. Heine war eigentlich kein Befuhrwörter der kommunistischen Ideen. Er kritisierte den Kommunismus auf Grund seiner radikalen Ideen und fürchtete sich vor einer proletarischen Revolution und von einer Machtergreifung der Kommunisten.
Andererseits befürwortet Heine die Revolte der Weber, weil er überzeugt ist, dass alle Menschen das Recht ein würdiges Leben haben. Dieses grundlegendes Menschenrecht wird, so Heine, von den restaurativen Tendenzen von Kirche, absolutistischer Monarchie und Staat nicht anerkannt. Gegen diese Mächte wenden die Weber von Heine tatsächlich ihren Fluch.
Das Gedicht besteht aus 5 Strophen, zu je 5 Zeilen. Die Versen sind durch Paarreime verbunden und jede Strophe schließt mit einem Refrain. Die erste Strophe dient als Einführung in die Situation. Hier wird nämlich die Lage der Weber beschrieben und ihre Absicht zum Ausdruck verbracht. Die zentralen Strophen geben die Gründe (motivazioni) an, warum sich die Weber den Tod von Deutschland wünschen. Die Wiederholung des Refrains bringt einerseits der Arbeit der Weber zum Ausdruck, andererseits lässt sie die Worte der Weber als Drohung (minaccia) erscheinen. Diese Stilmittel sowie die Verwendung von Alliteration und von harten Klängen betonen die Wut (rabbia) der Weber.

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