Genius 7419 punti

Eberhard Pfister, Sohn des verstorbenen letzten Mühlenbesitzers Bertram Pfister, der mit seiner jungen Ehefrau Emmy in Berlin lebt, kehrt für 4 Wochen an den Ort seiner Kindheit zurück. Es wird sein letzter Besuch und Urlaub in der Heimat sein,da er die Mühle, gemäß dem letztem Willen seines Vaters, an einen Industriekonzern verkaufte. In der Vergangenheit wandelnd bringt er seine Erinnerungen an die hier verbrachte glückliche Kinder- und Jugendzeit zu Papier. Eberhard fragt sich während seiner Erzählung, wo diese alten Bilder, an die er sich so gut erinnert, geblieben sind. Er erzählt, dass seine Mutter verstarb, als er noch in der Wiege lag und sie ihn vor ihrem Tod seinem Vater und der Jungfer Christine anvertraute, die treu und liebevoll diese Aufgabe erfüllten.
Dank ihrer erlebte er eine unbeschwerte Kindheit. Unter den schattenspendenden Bäumen sitzend erzählt Eberhard Emmy von
seiner Zeit in der Dorfschule, die er gerne schwänzte und wie sein Vater ihn -nach dem er ihn erwischt hatte- am Kragen packte und ihm klar machte, dass es so nicht weiter ginge. Der Vater, der genau wusste, wie wichtig eine gute Instruktion sei, beauftragte den jungen Gelehrten Adam August Asche seinem Sohn Latein beizubringen. Vater Pfister und Adams Vater waren vor dem Tod des Letzteren gute Freunde. Aus diesem Grund fühlte sich Vater Pfister für den jungen Doktor in Wissenschaften verantwortlich und bezahlte ihm die Lektionen mit Unterkunft, Kost und einem Taschengeld.

So gingen Lehrer und Schüler zwei Mal in der Woche ins Hinterstübchen, das von Eberhard auch „Loch“ genannt war, und lernten,trotz dem Lachen der Gäste in der Mühlwirtschaft und dem Klappern des Mühlrades, nicht nur Latein sondern auch vieles, das Eberhardeine große Hilfe auf seinem weiteren Lebensweg war. Als der Vater dachte, dass es Zeit war, eine höhere Schule zu besuchen, wechselteEberhard nach einer Prüfung in die 5. Klasse des Gymnasiums über.Zur Belohnung schenkte der Vater ihm und Adam eine silberne Taschenuhr. Der junge Mühlensohn ist seinem Vater dankbar, dass er ihn immer förderte und er, dank dieser Einstellung, heute Doktor inPhilosophie ist. Später, als er und Emmy am offenen Fenster der Mühle sitzen, denkt er an die Zeit zurück, als er seine junge Ehefrau in Berlin zum ersten Mal auf dem Kirchhof ihres Vaters
sah und er immer wieder dorthin spazierte, bis er ihr vorgestellt wurde. Im letzten Semester seiner Studienzeit, kurz vor
Weihnachten, besuchte der Vater ihn in seiner Studentenbude in Berlin und erzählte ihm voller Aufregung, dass die Gäste in der Mühle ausblieben, dass alle Angestellten, ausser dem Knecht Samse, zu Ostern gekündigt haben und dass seit September die Fische tot an der Oberfläche des Mühlbaches trieben. Der Vater schwieg einige Minuten und sagte dann, er werde der Sache um jeden Preis auf den Grund gehen, auch wenn er es auf einen Prozess ankommen lassen müsse. Eberhard und Adam versprachen, das Wasser des Flusses in den Weihnachtsferien zu analysieren. Sobald die Beiden an der Mühle
ankamen, rochen sie den Gestank von Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Salpetersäure. Dieser Gestank wurde nur von dem
Gänsebratengeruch gebrochen, der aus Vater Pfisters Küche kam. Das Mühlrad war mit Schilf und Schlamm bedeckt, das Wasser schleimig und schmierig und übelduftende, milchtrübende schleimige Fäden setzten sich überall ab. In der Mühle waren nur die treuesten Gäste am Tisch versammelt, unter ihnen auch der schwindsüchtige Poet Felix Lippoldes und seine Tochter Albertine. Asche verliebte sich auf den ersten Blick in sie, aber es verging noch lange Zeit, bis er sich ihr
erklärte. Nach Weihnachten begann Adam mit den wissenschaftlichen Forschungen. Er entnahm Proben, untersuchte sie unter dem
Mikroskop und diagnostizierte Algen, kieselschalige Diatomeen und Zygnemacee . Der starke abartige Geruch wurde von den Pilzen verursacht, die den Fäulnisprozess hervorriefen. All diese Schadstoffe wurden durch die Abwässer der Kriekeroder Zuckerfabrik, die sich weiter flussaufwärts befand, verursacht und für das ganze Dilemma verantwortlich war.
Es regnete viel während der letzten Tage in Pfisters Mühle mit Emmy und Eberhard muss immer daran danken, dass er die Mühle nie wieder sehen wird.
Als Asche sein Gutachten an Vater Pfister schickte und dieses später in Fachzeitungen abgedruckt wurde, bezeichneten ihn die Krickeroder Einwohner und der Fabrikbesitzer als überrufener und überstudierter Querulant und liessen es auf einen Prozess ankommen. Dieser Prozess war der erste und letzte für Vater Pfister, der immer verdriesslicher wurde, zwar war ab Februar das Wasser wieder klar, da die Zuckerkampagne beendet war und im April das, vom Berge herabströmende Wasser, den letzten Rest der Verunreinigungen davonspülte, so war jedoch die Gewissheit da, dass im Oktober alles wieder von vorne beginnen würde und die Verursacher ungestraft davongingen.
Advokat Doktor Riechei versprach Vater Pfister, den bevorstehenden Prozess zu gewinnen. Adam, der nach Berlin, wo er eine grosse Impregniermaschinenfabrik aufbaute, zurückgekehrt war, stand mit ihnen in ständigem Kontakt.
Eberhard erzählt Emmy, dass er und Adam, als sie zur Mühle zurückkehrten, da Adam um die Hand von Albertine anhalten wollte, eines Morgens auf dem Weg zu ihr ein lautes Geräusch hörten und später im Fluss die schwimmende Leiche Lippoldes fanden, der wohl in den Bach gefallen und ertrunken war. Vater bot Albertine an, dass sie in der Mühle bleiben könne, solange sie wollte. Sie tat es auch bis zu seinem Tode. Am letzten Abend, den Eberhard und Emmy in der Mühle verbrachten, gingen sie noch einmal in den Garten, an den Fluss und in die Mühle Am nächsten Morgen fuhren sie mit dem Zug
zurück nach Berlin. Während der Fahrt dachte Eberhard an seinen Vater und dessen Willen, dass sein Sohn kein Müller werden sollte und dass die Mühle mit ihm sterben sollte. Vater gewann den Prozess. Die Krickeroder Zuckerfabrik wurde rechtskräftig verurteilt und ihrwurde mit einer Strafe von 100 DM für jeden Kalendertag, untersagt, das Wasser zu verunreinigen und die Mühle in gewissen Monaten mit üblen Gerüchen und schleimigen, schlingpflanzenartigen Massen zu überziehen. Es war gut für alle Flussanwohner. Vater Pfister machte von dem Urteil wenig Gebrauch, es hätte Jahre eher kommen müssen, als er sich fragte, warum sein klarer, lustig rauschender Bach plötzlich stank. Wenige Tage später schloss Vater Pfister die Wirtschaft und bald darauf starb er. In seinem Testament bedachte er alle, die zur Mühle gehörten, auch Samse, der ein Pferd mit Wagen, ein Bett und 300 Mark bekam. Er spornte seinen Sohn an, das Kapital in Adam Asches neuem Geschäft, einer chemische Wäscherei, anzulegen und sein Teilhaber zu werden. Die Erzählung endet in Berlin mit der
Beschreibung, wie Eberhard, Emmy, Adam, Albertine und Samse Tee trinken und Eberhard einiges in Griechisch zitiert. Als Adam ihn fragte woher er diese Ausdrücke kennt, antwortete dieser, dass er „Homer“ liest.

Hai bisogno di aiuto in Letteratura Tedesca?
Trova il tuo insegnante su Skuola.net | Ripetizioni
Registrati via email