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Tagebuch der Anna Frank

Annalies Marie Frank, genannt Anna, wurde am 12 Juni 1929 in Frankfurt/Main als zweite Tochter des deutsch - jüdischen Bankiers Otto und seiner Ehefrau Edith, geboren. Nachdem Hitler durch das antisemitistische Gesetz alle Juden vernichten wollte, flohen Anna und ihre Familie 1942 nach Holland. Doch auch hier waren sie nach der Besetzung durch die Deutschen nicht sicher und versteckten sich in einer alten Gewürzfabrik, gemeinsam mit den befreundeten Familien Van Daan und Doktor Dussel. Das Zusammenleben auf engstem Raum war nicht einfach zumal sie ihr Versteck nicht verlassen konnten. Es war eine harte Zeite für alle Beteiligten, besonders für die drei Jugendlichen: Anna,ihre Schwester Margot und Peter, Sohn der Familie Van Daan. Ihnen fiel es besonders schwer, dass sie ihrem natürlichen Drang nach Freiheit nicht nachgeben konnten. In ihrer Verzweiflung über die Situation, in der sie sich alle befanden, entschloss sich Anna, ein Tagebuch zu führen, dem sie alle ihre Ängste, Tränen, und Hoffnungen anvertrauen konnte. Vieles was sie niederschrieb, erschien banal: die Meinungsverschiedenheiten um das Essen, die Streitigkeiten, wer zuerst das Bad benutzen durfte, alle Probleme, die sich ergeben, wenn Menschen gezwungen sind, auf engstem Raum zusammenzuleben. Alle diese Begebenheiten schrieb Anna in ihr Tagebuch in Form von Briefen, die sie an eine von ihr erfundene Freundin namens Kitty, schrieb. Auf die ersten Seiten ihres Tagebuches schreibt Anna: "Papier ist geduldiger als die Menschen. Da ich nicht beabsichtige, dieses Heft andere Menschen lesen zu lassen, gebe ich ihm den pompösen Namen: Tagebuch in der Hoffnung, eines Tages wirkliche Freunde zu finden. Ich habe meine Eltern, meine Schwester, Onkel, Tanten, es fehlt mir nichts ausser eine wirkliche Freundin. In meiner Fantasie habe ich diese von mir langersehnte Freundin erfunden, eine reife Seele im Körper eines Kindes, der ich alles anvertrauen kann. Ich nenne sie Kitty". Kitty erzählt sie alles: von Peter, in den sie sich verliebt hat und der ihr Herz höher schlagen lässt, ihre Probleme mit dem Vater, der sich innerlich immer mehr von ihr entfernt, die fehlende Mutterliebe, ihrer Schwester, die genauso verzweifelt ist wie sie, von dem langweiligen Herrn Van Daan und seiner streitsüchtigen Frau... eben alles das, was sie einer richtigen Freundin auch erzählen würde. Gezwungen, das Zimmer mit Doktor Dussel zu teilen, hatte sie keinen persönlichen Freiraum - nur noch ihr Tagebuch, das sie hütete wie einen Schatz. Anna verbrachte viel Zeit mit Lernen, besonders gefielen ihr Geschichte, Französisch und Literatur, jedoch hasste sie Mathematik. In dieser engen Umgebung gab es für Anna nur die Abendstunden, in denen sie hinaufging zu Peter, der ihre Gefühle erwiderte.
So vergingen 2 Jahre bis zum 4. August 1944. In Folge eines Hinweises drangen 4 holländische und 1 deutscher Soldat in das Versteck ein und brachten alle Bewohner nach Westerbork, dem grössten holländischen Konzentrationslager. Am 3. September 1944 wurden Anna und ihre Familie gemeinsam mit anderen jüdischen Gefangenen (498 Frauen, 442 Männer und 79 Kinder) nach Auschwitz verlegt. Hier wurden sie von ihrem Vater getrennt, der wie durch ein Wunder dem Tode entkommen konnte. Edith Frank starb am 6. Januar 1945; ihre letzten Gedanken galten ihren Töchtern, die am 30. Oktober 1944 nach Bergen-Belsen gebracht worden waren und von denen sie nicht wusste, ob sie der Hölle des Holokaust entkommen konnten oder nicht. Anna und ihre Schwester erkrankten in Bergen-Belsen an Typhus. Anna starb im März 1945 einige Tage vor ihrer Schwester.
Annas Tagebuch wurde später in ihrem Geheimversteck gefunden, ihrem Vater übergeben und 1947 in Amsterdam veröffentlicht.

Anna Frank's Berühmtheit ist sicherlich mit ihrem Tagebuch verbunden. Der Leser dieses Buches gewinnt den Eindruck, dass nicht nur das Tagebuch, sondern auch seine Schreiberin mit ihm gemeinsam überlebt hat.

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