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Heinrich Boll

Er wurde 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur begann er das Studium der Germanistik und der klassischen Philologie, aber 1939 wurde er in das Heer eingezogen. Nach dem Krieg arbeitete er als Angestellter und später als freier Schriftsteller. 1949 schrieb er seinen ersten Roman „Der Zug war pünktlich“. Von Anfang an war seine kulturelle Tätigkeit sehr engagiert, sowohl politisch als auch gesellschaftlich und er gab Acht auf die geschichtlichen Vorgange seiner Epoche. Anfang der 60er Jahre nahm Böll an der Wahlkampagne der SPD teil und in den 70er Jahren kämpfte er gegen die politische Diskriminierung Jeder Art. 1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur und starb 1985.

Widerkunde Motive
In den Werken von Heinrich Böll kann man allen Etappender Geschichte der BRD vom Nullpunkt bis zur Gegenwart folgen. Böll gilt als Vertreter des „Sich Erinnern“ gegen das kollektive „Vergessen Wollen“, weil er denkt, dass die Leute die deutsche Geschichte und den Krieg nicht vergessen müssen. Die Helden seiner Werken sind meistens Randfiguren (Außenseiter, Einzelgänger, Kranke, Gescheiterte, die sich gegen die Normen der kapitalistischen, Profit- und konsumorientierten Wohlstandsgesellschaft sind). Böll hat die sogenannte „Ästhetik des Humanen“ in den „Frankfurter Vorlesungen“ (1966) formuliert und mit ihr garantiert er die Perspektive von unten eine wirklichkeitsgetreuere Annäherung an die Geschichte. Böll nimmt immer den Gesichtspunkt der Kleinburger und der kleinen Leute ein, weil nur diese noch ein gewisses Maß an Humanität besitzen. Er kritisiert die Organisationen und die Institutionen der bürgerlichen Gesellschaft.

Ansichten eines Clowns
Hier befindet man sich vor einem Menschen der völlig selbstbewusst einen alternativen, ungewöhnlichen Weg gehen will. Eine bürgerliche Existenz, ein anständiges Leben und eine geregelte Familie passen nicht zu ihm. Ganz im Gegenteil hat Hans die falschen Werte der bürgerlichen Gesellschaft und deren heuchlerische Vertreter persönlich kennen gelernt. Er entscheidet sich für ein Leben jenseits de Normen, der öffentlichen Regeln und Institutionen wie Ehe, Familie, Religion. Hans vertritt das Streben nach Selbstbestimmung und muss im Konflikt mit einem überindividuellen Ordnungsprinzip unterliegen. Er beweist eine angeborene Allergie gegen jegliche Form der Organisation und Ordnung, die ihm als Unterdrückung individueller Freiheit erscheint und bestätig sich als neuester Vertreter der rousseauschen Menschen, der mit den Augen des Kindes und jenseits jeglicher Heuchelei und jeglichen Ehrgeizes, auch das Gewöhnliche und das Alltägliche wunderbar finden kann.

Die Situation von Hans hat sich schließlich nicht geändert, ganz im Gegenteil ist sie noch trostloser geworden: er sitz auf der Bahnhofstreppe, spielt Gitarre und singt. Die erste Münze, die in seinen Hut fallt, degradiert ihn zum Bettler. Arm, krank, einsam, alkoholsüchtig: das ist das Schicksal dieses Menschen, der die individuelle Freiheit gegen jede Art Machtspruch verteidigen wollte.

Hans Schmier stammt aus einer Reichen Familie protestantischer Religion. Trotz katholischer Erziehung hat er kein positives Verhältnis zur Religion. Er ist von seiner Frau Marie verlassen worden, weil sie einen Katholiken geheiratet hat. Von Beruf ist er Clown und arbeitet am Bonner Bahnhof. Er wohnt in anonymen Hotels und leidet an Melancholie und Kopfschmerzen. Seinen einzigen Trost hat er im Cognac. Seitdem ihn Marie verlassen hat, sind seine Lebensumstande immer Automatik geworden. In seinem Leben herrschen zwei schlusserlworte: Lässigkeit und Schicksal. In seinem Leben ist alles verwechselt geworden, so wie in seiner Pantomime, wo der Zuschauer bis zum Ende Ankunft und abfahrt verwechselt.

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