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Bertold Brecht

Er wurde 1898 als Sohn eines Fabrikdirektors geboren. Er studierte Medizin in München und während des Ersten Weltkrieges arbeitete er in einem Lazarett. 1933 verließ er Deutschland, so er begann seine Exilzeit, die bis 1949 dauerte: diese Zeit war die Phase seiner höchsten literarischen Schaffenskraft. 1933 waren die Bücher von Brecht auf die Liste der in Deutschland verbotenen Literatur. Er emigrierte nach Österreich, die Schweiz, Dänemark, Schweden, Finnland und Kalifornien (1941), weil Russland nicht mehr sicher war. 1947 kam er nach Zürich und 1948 nach Ostberlin zurück. Hier gründete er das Berliner Ensemble und wurde dessen Regisseur.

Wiederkerende Motive
Sein Lieblingsthema war das Schicksal der Unterdrückten und Ausgebeuteten und das Mitleid mit ihnen führte ihn bald zum Kommunismus. Typisch von Brecht war die Absage an den Krieg und die Völkerfeindschaft. In der „Legende des toten Soldaten“ bestätigte er seine Ablehnung des Krieges. Er war ein Lyriker, ein Erzähler und ein Dramatiker. Da Brecht Marxist war, ist das Hauptthema seines Werks die Entfremdung des Menschen in einer Welt, wo Gewalt und Ausbeutung herrschen.


Das Epische Theater

Er hat ein revolutionäre, antiaristotelische Theater gegründet. Das Wort „Episch“ ist hier als Gegensatz zu „dramatisch“ zu verstehen.
Das traditionelle, dramatische Theater wollte nach den Prinzipien von Aristoteles die Zuschauer durch Mitleid und Furcht zur Katharsis führen. Dieses Theater wollte die Emotionen des Zuschauers beherrschen. Das Resultat ist, dass der Zuschauer nicht mehr den Unterschied zwischen dem wirklichen Leben und der Vortäuschung verstand. Das traditionelle Theater stützte sich auf die Gefühle und die Emotionen des Zuschauers und es verursachte eine Hypnose, die die Wahrnehmung der Wirklichkeit verfälschte.
Im Theater von Brecht soll der Zuschauer betrachten, denken und verstehen. Mit seinem epischen Theater verfolgt Brecht einen neuen Zweck: er will die Wirklichkeit wissenschaftlich kennen lernen, um sie zu verändern. Dieses Theater darf den Zuschauer nicht betäuben, sondern muss es ihn aktivieren. Auch die Verfremdung ist sehr wichtig: der Zuschauer darf sich nicht mit den Personen auf der Brühen identifizieren und er muss das Geschehen auf der Bühne aus kritischer Distanz betrachten. Der Zuschauer muss einen kritischen Betrachter und Richter sein.
Das epische Theater und die Verfremdung sind keine Erfindung von Brecht: die epische Form nahm aus den mittelalterlichen Dramen, aus dem spanischen und elisabethanischen Drama und aus den chinesischen und japanischen Volkstheater. Die Technik der Verfremdung sind neu: er benutzt Songs oder Monologe, Plakate, Transparente und Projektionen von Dias. Das Ergebnis ist ein „offenes Drama“.

Mutter Courage und ihre Kinder
In dem Drama ist die Hauptdarstellerin eine geschäftstüchtige Frau, die drei Kinder hat und die dank des Handels lebt. 1624 zieht Anna Fierling, besser bekannt als Mutter Courage, mit ihren drei Kinder durch Skandinavien. Dort trifft sie einen Mann, der ihren Sohn Eilif erfolgreich für den Feldzug in Polen anwirbt. Zwei Jahre später trifft sie Eilif wider. 1629 gerät Mutter Courage und ihre Kinder in Gefangenschaft. Dort wird Schweizwerkas, der Zahlmeister geworden war, getötet. Kattrin, die von Geburst an stumm ist, muss einen Mann nach dem Krieg heiraten, aber sie wird alt und die Soldaten vergewaltigen sie, sodass sie keine Chancen auf eine Familie zu haben hat. Als der Schweden König Gustav Adolf stirbt, droht Mutter Courage der geschäftliche Ruin. In einer kurzen Friedensperiode wiederholt Eilif seine Heldentat, aber diesmal wird er vom Gericht für Schuldig gesprochen, weil Frieden bestand. Er wird getötet. Die Mutter und Kattrin ziehen alleine weiter. Kattrin bekommt die Situation mit, dass ein Heer die nahe Stadt plündern und vernichten soll. Um die Menschen des Dorfs zu wachsen und retten, trommelt sie, weil sie nicht sprechen kann. Sie bezahlt mit ihrem Leben.

Die Hauptfiguren sind:
- Mutter Courage, die die Mutter der drei Kinder ist, denkt, dass „will vom Krieg leben, wird ihm wohl müssen auch etwas geben“. Sie tritt als Vertreterin der kapitalistischen Gesellschaft auf, deren Grundlage das „sich Vorteil-Verschaffen“, der persönliche Erfolgt ist. Muttergefühle werden Hàndlerinteressen untergeordnet. Einerseits glaubt sie, das Beste für ihre Kinder zu wollen, andererseits verliert sie ein Kind nach dem anderen, weil sie ihr wirtschaftliches Interesse über alles andere gestellt hat. In Mutter Courage gibt es der Konflikt zwischen Mutter und Händlerin und sie erzieht ihre Kinder nach ihrer Lehre: nur an sich selbst denken.

- Eilif ist der „tapfere“ Sohn und er geht zugrunde, weil er sich mit den Lehren der Mutter identifiziert hat. Im Krieg ist er ein Held, weil er brutal ist. Die Bauern werden von Eilif beraubt, aber er wird ermordet, weil er das in einer Friedensperiode gemacht hat.
- Schweizerkas stirbt, weil seine Mutter zu lange die Bestechung verhandelt hat.
- Kattrin ist die stumme Tochter. Sie ist aktiv und sie opfert ihre Leben, um das Leben vieler zu retten. Kattrin ist eine „anti-Courage“ Figur, weil sie die Möglichkeit einer opferbereiten, aktiven kritischen Haltung auf zeigt.

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