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Interventionismus

Während der erste Weltkrieg im Jahr 1914 in ganz Europa ausbrach, begann er erst 1915 in Italien. Beim Ausbruch des Krieges 1914 war Italien neutral, aber allmählich bildeten sich bei der Bevölkerung zwei Lager: die ‘Neutralisten’ und die ‘Interventionisten’. Diese letzere Stellung zum Krieg ist als Interventionismus bekannt.
Die Sozialisten, die Katholiken und fast das gesamte Land gehörten zu der ersteren Gruppe, die gegen den Krieg war und vor der Wirtschaftskrise Angst hatte. Im Parlament hatten die Neutralisten eine klare Mehrheit.
Die Irredentisten, die Industriellen, die Nationalisten und die radikalen Sozialisten gehörten zu den ‘Interventionisten’. Sie wollten am Krieg teilnehmen und sie drängten auf einen Kriegseintritt auf Seiten der Entente durch eine starke und aggressive Propaganda.
Die Irredentisten wollten Triest und Trentino-Südtirol erobern; die Industriellen wollten durch die Schwerindustrie reich werden; die Nationalisten wünschten, dass Italien einen Platz unter den europäischen Großmächten gewinnt. Die Sozialisten dachten, dass der Krieg die perfekte Kulisse für die Revolution war. Wichtige Persönlichkeiten der Partei der Interventionisten waren Gabriele D’Annunzio und Benito Mussolini.

Am Ende verfügten die Interventionisten über die Mehrheit: Am 26. April 1915 unterschrieb Italien mit der Entente in London einen Geheimvertrag, laut dem Italien für den Kriegseintritt die Anerkennung verschiedener territorialer Ansprüche bekommen würde.

Der Irredentismus

Der italienische Irredentismus ist eine Ideologie, die eine sehr große Rolle bei der Teilnahme Italiens am Ersten Weltkrieg spielte, und die das italienische Streben zum Ausdruck brachte, die nationale Einheit Italiens zu ergänzen. Hauptziel dieser Bewegung war die Befreiung von der fremden Herrschaft. Die Bewegung war besonders zwischen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem ersten Teil des 20. Jahrhunderts in Italien tätig. Der Irredentismus forderte die Integration im italienischen Reich von allen Territorien, die sprachlich-sozialkulturell und geographisch zu Italien gehörten. Das beanspruchte Gebiet im Ausland wurde (die) “Irredenta“ genannt und besteht aus Trentino-Südtirol und Triest (unsere Stadt).

Etymologie des Wortes “Irredentismus”
Die Bezeichnung Irredentismus wurde zuerst in den Siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts von dem Republikaner Matteo Renato Imbriani geprägt, der von dem religiösen Thema der Auferstehung (auf Italienisch: Resurrezione) dazu inspiriert wurde. Das Wort kommt vom Ausdruck “terre irredente” (“unerlöste Gebiete“), wobei jene Volksteile gemeint waren, die Anschluss an ihr Mutterland (oft im Sinne von “muttersprachliches Land“) suchten, und deren Zurückgewinnung die Nation beanspruchte. Imbriani gründete eine geheime Vereinigung, zu der Vertreter des Bürgentums gehörten, und die für das Halten der Verbindungen zwischen Triest und den Irredentisten sehr wichtig war.

Der Irredentismus und die Irredentisten haben in der Geschichte unserer Stadt eine große Rolle gespielt. Die Irredentisten aus Triest wollten die Stadt von der österreichisch-ungarischen Monarchie loslösen und sie dem 1961 entstandenen italienischen Reich einverleiben. Die verschworenen Irredentisten waren bereit, ihre Ziele auch durch Attentate zu erreichen.

Guglielmo Oberdan, Nazario Sauro und Cesare Battisti
Berühmte Irredentisten aus Triest waren Guglielmo Oberdan (Wilhelm Oberdank), Nazario Sauro und Cesare Battisti. Sie waren Untertanen der k.u.k. Monarchie, aber sie kämpften für Italien gegen Österreich. In Italien gelten sie als Nationalhelden, aber von den österreichischen Behörden wurden sie als Verräter hingerichtet, und zwar Oberdan im Jahr 1882 wegen eines geplanten Attentats auf Kaiser Franz Josef, und Nazario Sauro 1916 wegen des Versuchs, mit einem italienischen U-Boot in den österreichisch-ungarischen Hafen Pula, in Kroatien, heimlich einzudringen. Cesare Battisti war sogar seit 1911 Abgeordneter des Österreichischen Reichsrats, aber trotzdem meldete er sich mit Kriegseintritt Italiens im Mai 1915 als Freiwilliger zum italienischen Heer. Er wurde 1916 hingerichtet, im Anschluss daran mit dem Henker fotografiert und der Öffentlichkeit zwei Stunden zur Schau gestellt.

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